Wohnen

Unbewohnbar – Stadt Hagen lässt erneut ein Haus räumen

Die Stadt Hagen hat in der Augustastraße dieses Haus für unbewohnbar erklärt.

Die Stadt Hagen hat in der Augustastraße dieses Haus für unbewohnbar erklärt.

Foto: Michael Koch

Wehringhausen.   Die Stadt Hagen hat in Wehringhausen ein Haus räumen lassen. Ohne Wasser gilt es als unbewohnbar. Mindestens 42 Bewohner sind betroffen.

Die Stadt Hagen hat erneut ein Haus für unbewohnbar erklären müssen: Ein vorwiegend von Zuwanderern bewohntes Mehrfamilienhaus in der Augusta­straße in Wehringhausen wurde geräumt.

Der Grund: Mark-E hat die Wasserversorgung abstellen lassen, nachdem die Hausverwaltung Außenstände in Höhe eines fünfstelligen Euro-Betrages hatte auflaufen lassen. Die Stadt muss vorübergehend 42 Bewohner des Hauses in Unterkünften in Delstern und am Graf-von-Galen-Ring unterbringen.

Hausverwaltung reagiert nicht auf Mahnungen von Energieversorger

Der Fall zieht sich schon seit Monaten hin. Die Hausverwaltung, die am Dienstag nicht für Nachfragen erreichbar war, hatte auf die Mahnungen der Mark-E nicht reagiert. „Wir haben das übliche Verfahren durchgezogen“, so Unternehmenssprecher Andreas Köster.

Das heißt: Es gab mehrere Zahlungserinnerungen, die Androhung der Sperrung der Wasserversorgung – und letztlich die Ankündigung, dass diese erfolgen wird.

Sperrung an Wasserleitung manipuliert

Am 22. August wurden dann zum ersten Mal Fakten geschaffen. Mitarbeiter der Netzgesellschaft der Enervie-Gruppe (zu der auch Mark-E gehört) klemmten die Wasserversorgung ab und meldeten das Ganze der Stadt, die in der Folge die Unbewohnbarkeit der Wohnung feststellen kann. Doch dann begann ein Katz-und-Maus-Spiel. „Schon kurze Zeit später ist die Wasserleitung manipuliert worden“, so Köster.

Noch einmal wurden die Mitarbeiter der Enervie-Netzgesellschaft aktiv. Doch wieder dauerte es nicht lange, bis erneut an der Versorgungsleitung manipuliert wurde. Daher stellte das Unternehmen an einer Verteilstation außerhalb des Hauses die Versorgung für das Gebäude endgültig ab.

Köster: "Unerfreuliches Ende"

Damit hatte die Stadt die Handhabe, das Haus nun – nach den entsprechenden Fristen (Anhörung, Androh ung und dann Erklärung der Unbewohnbarkeit), die auch hier gewährt werden müssen – zu räumen.

Das sei natürlich ein unerfreuliches Ende, so Köster, das Unternehmen habe aber keine andere Möglichkeit mehr gehabt: „Die Hausverwaltung ist unser Vertragspartner. Wenn sie nicht rea­giert und so hohe Außenstände auflaufen, müssen wir – auch im Interesse der ehrlichen Kunden – handeln.“

Schon elf Gebäude in Hagen geräumt

Nach dem neuen Wohnungsaufsichtsgesetz, das seit April 2014 in Kraft ist, wurden – inklusive des aktuellen Falls in der Augustastraße – von der Stadt elf Gebäude und fünf einzelne Wohnungen für unbewohnbar erklärt. Nach einer Renovierung und Freigabe durch den Bau- und Wohn-Fachbereich wäre ein Haus grundsätzlich jetzt zwar wieder vermietbar – bislang ist das aber noch nicht erfolgt.

Die Unterbringung durch die Stadt ist für die Betroffenen übrigens nicht kostenlos: „Die Bewohner des geräumten Hauses werden ordnungsrechtlich untergebracht und sind somit zur Zahlung einer Nutzungebühr verpflichtet“, sagt Stadtsprecherin Clara Berwe.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben