Kommentar

Unfallflucht: Respekt vor Eigentum fehlt

WP-Redakteur Jens Stubbe.

WP-Redakteur Jens Stubbe.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Die Zahl der Unfallfluchten erreicht in Hagen ein Rekord-Niveau. WP-Redakteur Jens Stubbe kommentiert.

Eine Schramme ziert seit Wochen meinen Seitenspiegel. Plötzlich war sie da. Vielleicht habe ich sie erst gar nicht bemerkt.

Eine Schramme hier, ein Kratzer da, eine kleine Beule – was soll’s? Ist doch nur ein Auto. Fährt doch noch. Kann so schlimm nicht sein...

Ich will hier nicht das eigene Schicksal beklagen. Verglichen mit all dem, was bei einem Unfall im Straßenverkehr passieren kann, ist ein Kratzer am Spiegel eine Bagatelle.

Aber darum geht es nicht: Es geht um eine Haltung, um eine Einstellung zum Eigentum anderer. Wenn man einen Blick auf die Zahlen wirft (1700 angezeigte Unfallfluchten plus weitere, von denen die Polizei nichts erfährt) dann ist das mehr als bedenklich.

Niemand muss von einem Unfallort flüchten. Niemand muss fürchten, dass ihn ein verursachter Schaden ruiniert. Denn in unserem Lande gilt eine Versicherungspflicht. Was also treibt jene an, die andere einfach auf einem Schaden sitzen lassen?

Nehmen wir das Beispiel von Noreen Jung. Die Auszubildende hat sich das erst Auto mühsam zusammengespart und besitzt nun einen Wagen mit Schrottwert. Es bleibt die Hoffnung, dass die Ermittler der Polizei erfolgreich sind. In diesem und in all den anderen Fällen.

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