Meinung

Unser Urahn Fred Feuerstein hat nun ein Gesicht

Monika Willer

Monika Willer

Foto: Michael Kleinrensing

Warum es nicht reicht, dass die Funde in der Hagener Blätterhöhle international für Aufsehen sorgen

Unser Wissen über Fred Feuerstein müssen wir ändern. Die Geschichte der Steinzeit wird derzeit europaweit neu geschrieben, und zwar anhand der Funde aus der Hagener Blätterhöhle. Dabei handelt es sich um eine archäologische Grabungsstätte, die jeden Indiana Jones alt aussehen lässt. Es ist auch für den Laien absolut faszinierend, wie das gute alte archäologische Handwerk mit Kelle und Pinsel auf die hoch entwickelten digitalen Techniken trifft. So können wir nun unseren Vorfahren ins Gesicht blicken.

Die Blätterhöhlen-Grabungen verraten uns, dass die einheimischen dunkelhäutigen Jäger und Sammler in Europa und die eingewanderten hellhäutigen Landwirte aus Anatolien mehrere tausend Jahre lang in Koexistenz lebten, bevor sie sich vermischten. Bisher war man davon ausgegangen, dass die erfolgreicheren Ackerbauern die nichtsesshaften Kulturen rasch verdrängten. Damit liefert die Steinzeit auch Erkenntnisse, die für die aktuelle Diskussion über Migration wertvoll sind.

Parallel stellt sich die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, diese international beachteten Forschungsergebnisse touristisch zu erschließen und zu vermarkten.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben