Handel

Verkaufsoffener Advents-Sonntag in Hagen ist noch ungewiss

Gerade im Weihnachtsgeschäft sehen viele Einzelhändler einen verkaufsoffnen Sonntag als Anreiz, Leute in die Innenstadt zu locken. Der geplante offene 10. Dezember soll das Jubiläum des Weihnachtsmarktes flankieren.

Foto: Michael Kleinrensing

Gerade im Weihnachtsgeschäft sehen viele Einzelhändler einen verkaufsoffnen Sonntag als Anreiz, Leute in die Innenstadt zu locken. Der geplante offene 10. Dezember soll das Jubiläum des Weihnachtsmarktes flankieren. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Am Donnerstag entscheidet der Rat, ob in Hagen die Läden am zweiten Advent öffnen dürfen. Die Gewerkschaft Verdi lässt offen, ob sie klagen wird.

Die Werbegemeinschaft will am 10. Dezember einen verkaufsoffenen Sonntag veranstalten – wie alle Jahre im Advent. Ob dieser stattfindet, steht derzeit jedoch noch in den Sternen. Zwar wurde schon Mitte Oktober der Antrag beim Ordnungsamt eingereicht und am Donnerstag wird der Stadtrat das Ganze wohl auch beschließen. Doch ob am zweiten Advent die Geschäfte in der Innenstadt tatsächlich von 13 bis 18 Uhr geöffnet haben, hängt größtenteils von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und möglicherweise vom Verwaltungsgericht ab. Das hatte bereits im Frühjahr den verkaufsoffenen Sonntag zu „Hagen blüht auf“ auf Antrag von Verdi gekippt.

Die Werbegemeinschaft

Wladimir Tisch, City-Manager und Sprecher der 50-köpfigen Werbegemeinschaft, hofft, dass das 50-jährige Jubiläum des Weihnachtsmarktes, zu dem die Schausteller in den vier Wochen insgesamt mindestens 500 000 Besucher erwarten, als starker Anlass gewertet wird. Denn den braucht es für einen verkaufsoffenen Sonntag.

Tisch sieht die Ladenöffnung als Erweiterung zum weihnachtlichen Besuch des Hagener Marktes. Durch die Sonntagsöffnung ergebe sich ein gesamtheitliches Bild, „und die ­City-Bummler können gemeinsam mit der Familie den Weihnachtsmarkt erleben und Weihnachtseinkäufe tätigen“.

Um die Voraussetzung für die Durchführung eines offenen Sonntags zu erfüllen, muss das Hauptaugenmerk auf dem parallel stattfindenden Event liegen – und nicht auf den Läden. Für Tisch ist diese Forderung im Falle des Jubiläums-Weihnachtsmarktes klar gegeben: „Laut einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Schausteller stellen die Aktivitäten ­,Essen und Trinken’ mit 57,5 Prozent eindeutig die Hauptmotive der Verbraucher beim Weihnachtsmarktbesuch dar.“ Heißt im Umkehrschluss, dass für nur etwa 40 Prozent der Budenstadt-Bummler der Geschenkekauf im Vordergrund steht.

Das Ordnungsamt

Das Ordnungsamt hat den Antrag zu einer Vorlage verarbeitet; diese wurde in der Bezirksvertretung Mitte mit deutlicher Mehrheit befürwortet. „Am Donnerstag wird der Antrag im Rat diskutiert. Wenn sich auch hier die Mehrheit für einen offenen Sonntag ausspricht, wäre seitens der Stadt der Weg frei gegeben“, so Thomas Lichtenberg vom Ordnungsamt.

Die Gewerkschaft Verdi

Verdi hat die die zusätzliche Öffnungszeit am 10. Dezember in einer Stellungnahme gegenüber der Stadtverwaltung bereits abgelehnt. „An unserer Grundposition hat sich nichts geändert“, betont Monika Grothe. Die Gewerkschaftssekretärin sieht keinen zwingenden Grund, „Kunden auch noch am Sonntagnachmittag die Möglichkeit zu geben, T-Shirts einzukaufen“. Anders als bei Mitarbeitern von Pflegediensten, Polizei oder Feuerwehr, die selbstverständlich 24 Stunden – auf Schichten verteilt -- im Einsatz sein müssten. Monika Grothe stellt vielmehr die Bedeutung des Sonntags als freien beziehungsweise als Familien-Tag heraus. Sie lässt aber offen, wie die Gewerkschaft in dem konkreten Fall reagieren wird. Nach der Entscheidung des Rates werde man sich mit dem Verdi-Rechtsanwalt besprechen und gegebenenfalls auch klagen.

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