Pendeln

Wie vier Breckerfelder das tägliche Pendeln erleben

Zum Pendeln gehören oft auch Staus, doch viele Breckerfelder nehmen das in Kauf, weil sie gerne in der Hansestadt wohnen.

Zum Pendeln gehören oft auch Staus, doch viele Breckerfelder nehmen das in Kauf, weil sie gerne in der Hansestadt wohnen.

Foto: Silas Stein / dpa

Breckerfeld/EN-Kreis.Das Thema betrifft viele, sogar sehr viele Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis und ganz speziell auch in Breckerfeld: Tausende pendeln täglich, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen.

Das machen nun auch die aktuellen Zahlen des Pendleraltlas 2018 der Arbeitsagentur deutlich: Demnach wohnen im „Ennepe-Ruhr-Kreis“ 122.414 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Von ihnen pendeln 61.900 oder 50,6 Prozent zur Arbeit in einen anderen Kreis oder in eine kreisfreie Stadt wie Hagen – sie werden die „Auspendler“ genannt.

Gleichzeitig pendeln 47.735 Beschäftigte, die in einem anderen Kreis wohnen, zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in den EN-Kreis – sie sind die „Einpendler“. Unterm Strich also eine negative Bilanz: 14.165 mehr Menschen müssen per Saldo den EN-Kreis für die Arbeit verlassen. Ihren Arbeitsort im Ennepe-Ruhr-Kreis haben damit 108.249 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – von ihnen sind 44,1 Prozent Einpendler.

Und noch mehr der Zahlen: Wenn man nur auf Breckerfeld schauen will, dann muss man auf die ein Jahr älteren Daten auf den Pendleratlas NRW des Statistischen Landesamtes schauen: Demnach pendeln von den rund 8900 Einwohnern Breckerfelds 3446 täglich aus der Hansestadt heraus zu ihrem Arbeitsplatz (auch im En-Kreis). Auf der anderen Seite kommen täglich 1331 zum Arbeiten nach Breckerfeld.

Doch hinter diesen Zahlen stecken Menschen. Vier von ihnen aus Breckerfeld schildern uns ihre Erlebnisse.

Frank Peter Voß

„Seit fast 20 Jahren arbeite ich in Wuppertal und pendel täglich zwischen Zurstraße und Wuppertal-Barmen“, schreibt uns Frank Peter Voß. „In der Regel benötige ich mit dem Auto für den Weg von 30 Kilometern 35 Minuten. Eine Zeit lang bin ich von Haspe aus mit der S-Bahn gefahren. Wegen der hohen Unzuverlässigkeit der Bahn fahre ich nun die Wegstrecke komplett mit dem Auto. Musste schon von Zurstraße bis nach Haspe mit dem Auto fahren und von da aus weiter mit der Bahn. Komplett mit ÖPNV habe ich auch versucht. Geht aber erst recht nicht. War – wenn alles reibungslos ging – rund eine Stunde unterwegs. Wenn es denn mal lief. Meistens eben nicht. Allein wenn der Bus von Zurstraße zum Bahnhof auch nur wenige Minuten später fährt, steht man am Bahnsteig und muss mindestens 20 Minuten warten. Dann dauert das Ganze schon schnell eineinhalb Stunden bis zum Arbeitsplatz. . Also, aus meiner Sicht ist der ÖPNV absolut keine Alternative. Das sollten sich die Klimafanatiker auch mal klar machen.“

Claudia Kay

„Ich pendele täglich zu meinen Laden in Hagen, für die Strecke brauche ich meist 25 Minuten, eine Viertelstunde weniger als früher nach Lüdenscheid“, schreibt Claudia Kay, die in Altenhagen ein Blumengeschäft betreibt. „Die Busverbindung würde passen, habe auch schon darüber nachgedacht, aber dann hätte ich ein Transportproblem. Ich stelle mir vor, wie es aussähe, wenn ich meine Produkte mit dem Bollerwagen durchs Viertel kutschieren würde.“

Stefanie Nieter

„Ich wohne seit fast fünf Jahren in Breckerfeld und bin aus Gevelsberg hierhin gezogen“, schreibt Stefanie Nieter. „Es ist einfach so schön gelegen und für kleine Kinder optimal. Meinen Arbeitsplatz in Dortmund erreiche ich in etwa 45 Minuten. Die Gurkerei geht mir schon etwas auf die Nerven, aber mit Öffentlichen Verkehrsmitteln bräuchte ich die doppelte Fahrzeit, wenn es gut läuft. Diese Fahrzeit von drei bis vier Stunden steht leider in keinem Verhältnis zu meiner Arbeitszeit von fünf Stunden täglich. Glücklicherweise kann ich ein bis zweimal wöchentlich im Homeoffice arbeiten, das bessert etwas meine Ökobilanz auf.“

Pierre Duckert

„Tschüss Hagen, hallo Breckerfeld!“, schreibt Pierre Duckert. „Für uns war der ausschlaggebende Punkt, nicht für fast 300 Erschließungskosten den Quadratmeter in Hagen zu bauen, sondern im Umland zu schauen und für einen Bruchteil fündig zu werden, ohne sich für Jahrzehnte verschulden zu müssen. Das Positive noch dazu: Von Breckerfeld zum Arbeitsplatz nach Hagen ist für uns noch pro Person eine Dreiviertelstunde weniger Fahrtzeit. Vorher müssten wir immer quer durch die Innenstadt.“

EN-Kreis: Die Top-10 der Ein- und Auspendler-Ort

Einpendler in den EN-Kreis aus…

  1. Hagen: 9253
  2. Bochum: 7529
  3. Dortmund: 6148
  4. Wuppertal: 5235
  5. Kreis Recklinghausen: 2209
  6. Essen: 1813
  7. Kreis Unna:1786
  8. Märkischer Kreis: 1753
  9. Herne: 1204
  10. Kreis Mettmann: 1161

Auspendler aus dem EN-Kreis nach...

  1. Bochum: 9196
  2. Wuppertal: 9071
  3. Hagen: 8459
  4. Dortmund: 7836
  5. Essen: 4593
  6. Kreis Mettmann: 2465
  7. Märkischer Kreis: 2281
  8. Düsseldorf: 2099
  9. Kreis Unna: 1337
  10. Kreis Remscheid: 1054

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