Interview

„Wildernde Hunde sind das eigentliche Problem“

Jagdaufseher Jürgen Blasberg.

Jagdaufseher Jürgen Blasberg.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Jürgen Blasberg (52) ist Jagdaufseher in einem Revier in Hagen-Haspe. Im Interview äußert er sich zur Rückkehr des Wolfes und wildernden Hunden.

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Glauben Sie auch an eine Rückkehr des Wolfes nach Hagen?

Mit Sicherheit wird hier früher oder später ein Wolf durchziehen. Das ist für mich persönlich auch okay, weil er zur Natur gehört wie jedes andere Wildtier. Doch wir Menschen werden an uns arbeiten müssen, um uns daran zu gewöhnen, dass wir wieder mit einem wilden Raubtier zusammen leben. Im übrigen wird sich meiner Meinung nach hier im Ruhrgebiet kein Wolf dauerhaft etablieren, dazu ist die Region zu dicht bebaut und von Autobahnen durchschnitten. Aber es wird durchziehende Tiere geben.

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In der Selbecke wurde ein Schaf gerissen – von einem Haushund. Man vermutete zunächst, es sei ein Wolf gewesen.

Dieser Fall bringt es auf den Punkt. Wildernde, freilaufende Haushunde sind unser eigentliches Problem, dagegen kann man den Wolf vernachlässigen. Es sind Hunde, die Rehe reißen, das Wild aufscheuchen und Unruhe in den Wald bringen. Und sie vergreifen sich eben auch an Schafen und Nutztieren.

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Was ist da zu tun?

Wir Jäger versuchen, den Hundebesitzern freundlich und offen entgegenzutreten. Leider wird man im Gegenzug nicht selten aggressiv angegangen, wenn man zum Beispiel erklärt, warum ein Hund an der Leine gehalten werden sollte. Auf der anderen Seite haben wir Jäger jahrzehntelang versäumt, die Menschen intensiv genug aufzuklären und uns stattdessen wie die Herren im Walde aufgeführt. Das fällt uns jetzt auf die Füße.

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