Lesung

Aphoristiker ziehen Bilanz nach kurzen Begegnungen

Aus dem neuen Buch zum Thema Begegnungen lasen Dr. Jürgen Wilbert (rechts) und Friedemann Spicker vom Vorstand des Fördervereins des Deutschen Aphorismus-Archivs. Fotos:Bastian Haumann

Aus dem neuen Buch zum Thema Begegnungen lasen Dr. Jürgen Wilbert (rechts) und Friedemann Spicker vom Vorstand des Fördervereins des Deutschen Aphorismus-Archivs. Fotos:Bastian Haumann

hattingen.   Vereinsvorsitzender Dr. Jürgen Wilbert hält die Sinnsprüche für geeignet für Jüngere. Buch vorgestellt. Interview mit Ausblick.

Das Aphorismus-Archiv stellte am Sonntag im Alten Rathaus die Gewinner des Wettbewerbs und die neue Anthologie vor, in die 100 zusätzliche Sprüche aufgenommen worden sind. Die WAZ fragte Dr. Jürgen Wilbert, Vorsitzender des Fördervereins DAphA, nach der Bedeutung der kurzen Sprüche und nach Plänen für die Zukunft.

Sind Sie zufrieden?

Dr. Wilbert: Ja. Ich war positiv überrascht, wie viele Besucher gekommen sind. Erfreulich war, dass nicht nur Preisträger ins Alte Rathaus gekommen sind, die zum Teil von weither angereist sind. Etwa die Hälfte der über 40 Gäste waren Besucherinnen und Besucher nicht nur aus Hattingen, sondern auch aus umliegenden Städten. Von den Preisträgern waren in erster Linie die ersten 25 eingeladen, etwa die Hälfte ist zur Lesung gekommen, darunter auch junge Autorinnen und Autoren. Sie haben ihre Texte zum Thema „Begegnungen“ selbst gelesen, die anderen Beiträge haben Dr. Friedemann Spicker und ich im Wechsel gelesen.

Hat die Veranstaltung auch Bedeutung für den Tourismus?

Es kommt durchaus vor, dass Autoren einige Tage bleiben und die Lesung mit einem Aufenthalt verbinden, um die Stadt kennenzulernen. Sie tragen weiter, wie schön es in Hattingen ist.

Sind Aphorismen etwas für junge Leute?

Was ist jung? Vielleicht haben jüngere Menschen so etwas wie Berührungsangst, sich dem Thema zu widmen und eine Veranstaltung wie am Sonntag zu besuchen. Auf der anderen Seite sind die kurzen Sprüche gerade für sie geeignet. Sie twittern und posten. Und Aphorismen setzen sich durchaus auch kritisch mit Social Media auseinander. Aber ich will kein Klagelied anstimmen. Schulen haben oft Probleme, das Thema in ihren Lehrplan aufzunehmen. Wer nicht in der Veranstaltung war, hat etwas verpasst. Andere Leute zahlen 20 Euro, um einen Comedian zu sehen. Wir begreifen uns als Außenseiter- und Nischenkultur. Und die war zum Nulltarif zu haben.

Wie geht es weiter?

Die Veranstaltung war ja erst das Vorspiel für das achte Aphoristikertreffen. Es findet vom 1. bis zum 3. November im Stadtmuseum statt zum Aphorismus im Dialog und zu Formen und Spielarten der Begegnung.

Wo gibt es das Buch?

Es kann im Buchhandel bestellt werden (ISBN: 978-3-944011-88-2) und in der Stadtbibliothek eingesehen werden.

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