Kunst

Ausstellung mit Natur, Idylle und bunten Fahnen

Ein Kunstprojekt mit Wimpeln stellt Lidia (9) vor. Die Symbole stehen für die Lieblingsplätze der Schüler. Fotos:Haumann

Ein Kunstprojekt mit Wimpeln stellt Lidia (9) vor. Die Symbole stehen für die Lieblingsplätze der Schüler. Fotos:Haumann

hattingen.   Nachwuchskünstler erläutern bei der Eröffnung von „Platz da! Wir machen Stadt“ Lieblingsorte. Schüler setzen Ideen unterschiedlich um.

Am Freitagabend wurde die Ausstellung „Platz da! Wir machen Stadt!“ eröffnet. Die WAZ sprach mit jungen Akteuren.

„Freiheit“ steht auf dem obersten Holzbalken der Skulptur im Eingangsbereich. Zufrieden betrachtet Jana (17) ihr Kunstwerk: Die dünnen Holzbalken sind in Dreiecksform übereinander gestapelt, darauf prangen Schlagwörter wie „Natur“, „Inspiration“ oder „Idylle“. Janas Skulptur ist die erste, die die Besucher im Stadtmuseum sehen. Jedes Kunstwerk steht mit dem Lieblingsplatz der jungen Künstler in Verbindung. Für Jana ist es der Aussichtspunkt in Welper.

Einziges Manko: Die Absperrung aus Holzbalken. „Es hat mich gestört, dass die immer mit Graffiti angesprüht war“, erzählt die Schülerin. Würde man die Balken gegen schöne, neue austauschen, würden die Leute sie nicht wieder kaputt machen.

Alternative zur Absperrung

Also entwarf die Zwölftklässlerin diese Alternative zu der aktuellen Absperrung. In jeden Holzbalken hat sie viel Arbeit und Zeit gesteckt. Das ganze letzte Schulhalbjahr hat sie im Kunstunterricht an dem Werk getüftelt und in einem Heft jeden Schrift dokumentiert. Als Material wählte sie Buchenholz, passend zum Buchenwald, in dem sich der Aussichtpunkt befindet. Außerdem hat Jana „Leute gefragt, was sie mit Wald verbinden.“ Die Wörter hat sie in schnörkeliger Schrift in die Balken eingebrannt.

Links von der Holzskulptur geht es in den Ausstellungsraum. An den Wänden hängen Fotocollagen und selbstgemalte Bilder, sogar ein großes Graffito auf Leinwand schmückt den Raum. Davor steht Lidia (9) und betrachtet eine Skulptur aus Fahnen, die in einem Steinblock stecken. Alle aus ihrer Klasse haben einen eigenen Wimpel gebastelt. Lidias ist hellblau mit einer gelb-roten Sonne. „An meinem Lieblingsort scheint immer die Sonne“, erklärt die Neunjährige. Den Sonnenuntergang findet sie am schönsten. Die Mischung zwischen hell und dunkel gefalle ihr gut. „Und der Himmel färbt sich so toll bunt.“ Am liebsten sei sie dann an ihrem Lieblingsort, der Burg Blankenstein. Von da habe sie eine gute Aussicht und könne den Sonnenuntergang genießen. Ihren Wimpel will sie nach der Ausstellung mit nach Hause nehmen.

Die Ausstellung ist nicht nur von unterschiedlichen Lieblingsorten und Motiven geprägt, sondern auch von einer Vielfalt bei der Umsetzung der Umgestaltungsideen. Hanna (19) hat mit Selina (18) ein Mitmachelement für die Besucher entwickelt. Ihr Fühlkasten, eine Holzbox mit Inhalt, lehnt in der Mitte des Raumes an einer Säule. Daneben steht das Modell eines grünen Hügels mit einem serpentinenartigen Weg. Über den Weg spannt sich ein Torbogen mit der Aufschrift „Sinnesgarten“. Am Wegesrand stehen Holzschilder als Platzhalter für Fühlboxen. Der Ort ist der Park in Welper. „Mit unserem Sinnesgarten wollen wir dort einen Ort für alle schaffen“, sagt Hanna. Senioren könnten spazieren gehen und etwas Schöneres sehen, als von der Bank, die oben am Park steht. Auch für Kinder sei das etwas Spannendes. Da sich dort oft Betrunkene aufhielten, „traut man sich nicht unbedingt hin.“ Sie wolle den Ort aufpeppen, das Modell im Zuge des Stadtumbaus Welper vorstellen und den Park verändern.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben