Urlaub

Camping ist wieder im Trend in Hattingen

Unterhält sich gern mit Kunden, die viel zu erzählen haben: Detlev Leismann, Besitzer des Hattinger Wohnwagenzentrums. Fotos:Fischer

Unterhält sich gern mit Kunden, die viel zu erzählen haben: Detlev Leismann, Besitzer des Hattinger Wohnwagenzentrums. Fotos:Fischer

hattingen.   Detlev Leismann vom Wohnwagen-Zentrum macht die Urlaubsdomizile startklar für die neue Saison. Er hat einen Wagen für eine Handleserin gebaut.

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Für eine Handleserin hat Detlev Leismann vor 20 Jahren einen Wagen gebaut, mit dem sie seitdem auf Jahrmärkten unterwegs ist. Jetzt steht der kleine Hänger in der Halle des Wohnwagen-Zentrums. „Er ist zur Reparatur“, sagt der Werkstattleiter. Seit 30 Jahren ist er aktiv, betreibt das Wohnwagen-Zentrum seit 1997. Und spürt seit zwei Jahren: Camping ist wieder im Trend.

Leismann versteht das gut – der 64-Jährige hat selbst jahrelang so seinen Urlaub verbracht, war in Italien ebenso wie auf Fehmarn. Er ist überzeugt, dass die meisten Camper „nette Leute sind. Die haben alle gute Laune!“ Darum unterhält er sich gern mit seinen Kunden, viele kennt er schon lange. 750 bedient er pro Jahr mit seinem Team. Sie kommen nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus ganz Deutschland.

Camping ist nicht unbedingt billig

Seit 15 Jahren ist Leismann mit dem Unternehmen, das Mitglied ist im Deutschen Caravan Handels-Verband, an der Hufeisenstraße. „Vorher waren wir an der Ruhrbrücke.“ Weil wieder mehr Menschen ihre Liebe zu Wohnwagen und -mobilen entdecken, arbeiten drei Mann in der Werkstatt, dazu eine kaufmännische Angestellte.

Moderne und alte Liebhaber-Anhänger und -wagen stehen auf dem Parkplatz vor der Halle. „Wir reisen durch die Welt, verprassen unser Geld, wir wollen nicht ins Altersheim bei Knäckebrot und Haferschleim“, ist groß auf einem Wohnmobil zu lesen, das zur Reparatur da ist. Über den TÜV bringt Leismann die Wagen, führt Reparaturen beispielsweise nach Unfällen durch. Und er vertreibt auch Zubehör und ein Gas-Depot.

Er kann sogar Großflaschen liefern, die oft von Firmen geordert werden. Verschleißteile hat er im Bürotrakt an der Wand hängen, dort, wo es auch Toilettenwasser gibt. „Auf manchen Plätzen ist das nur noch als Bio erlaubt“, weiß er. In einem Ständer gibt’s reichlich Prospekte von Vorzelten und Co. Denn: „Man kann hier nicht alles vorrätig haben, es gibt so viele Größen.“ Neuwagen verkauft Leismann nicht mehr, hin und wieder aber gebrauchte. Das Hauptgeschäft ist die Werkstatt. Und mit der ist er gut ausgelastet.

Wohnwagen werden jetzt schon fit für die Urlaubs-Saison gemacht

Die Urlaubs-Saison startet bald – viele bringen ihr rollendes Urlaubsdomizil schon jetzt, um es fit zu machen. „Es gibt aber auch die, denen drei Tage vor der Abfahrt einfällt, dass der Wagen über den TÜV muss“, berichtet Leismann. Schreinerarbeiten wie an dem Wagen der Wahrsagerin führt der gelernte Karosseriebauer selbst aus, Polsterarbeiten nicht. Wohnmobile, sagt er, sind „ein wenig aufgebaut wie Fachwerkhäuser“ – mit Dachlatten ist eine Konstruktion gefertigt, dazu kommt noch Styropor, dann wird alles verkleidet.

Braun-beige ist ein kugeliger, kleiner Wohnwagen auf dem Platz, der „schon 30 Jahre alt ist und aus Ostdeutschland kommt“. Durch Bekannte oder frühere Erfahrungen kämen viele aufs mobile Urlaubswohnen. „Oft wird erst ein gebrauchter Wagen gekauft. Entweder die Leute haben dann Spaß dran – oder die Frau doch keine Lust genauso zu arbeiten wie zu Hause“. Viele Rentner sind Camper, auch Familien mit Kindern.

Billig sei der Urlaub nicht unbedingt: „Man braucht den Wagen, muss Platzmiete zahlen.“ Doch Camper seien das oft mit Herz und Blut und bis ins hohe Alter, sagt er mit Blick auf eine Kundin, die erst mit 82 Jahren ihren winzigen Wohnwagen von 2,5 Meter mal 1,80 Meter aufgab: „Damit ist sie an die See gefahren, auf ihrem Pkw hatte sie ein Schlauchboot.“ Mit Menschen wie ihr, sagt er, macht es Spaß, sich zu unterhalten.

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