Natur

Die kleinste Kleingartenanlage im Bezirk

Steffen Klaus

Steffen Klaus

Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.  Vor 25 Jahren erfolgte der erste Spatenstich für das Zuhause des 1. Kleingartenvereins Hattingen. Bis heute entstanden auf dem Gelände einer früheren Gärtnerei Im Vogelsang gerade mal 15 Parzellen.

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Der Weg zum Grün führt durchs Gewerbegebiet, durchs Ludwigstal hindurch den Berg hinauf in Richtung Blankenstein. Hier hat der 1. Kleingartenverein (KGV) Hattingen sein Zuhause, seit nun schon 25 Jahren. Wobei der älteste KGV streng genommen schon einige Jahre länger existiert, allerdings war er da noch „ohne Land“. Und heute? Nun: Da macht der KGV Hattingen seinem Namen mit seiner Anlage Im Vogelsang wirklich alle Ehre: Denn dieser hat, betont stolz Steffen Clauß (47), mit gerade mal 15 Parzellen die kleinste Anlage im Bezirksverband Ennepe-Ruhr.

Clauß, der Klubkassierer, hat sich mit seiner Familie vor sieben Jahren in die Anlage unweit der Klinik Blankenstein „eingekauft“. Fast 10 000 Euro hat ihn die Parzelle seinerzeit gekostet, das liegt weit über dem Schnitt, für den Schrebergärten üblicherweise den Besitzer wechseln. Nun sind die einzelnen Parzellen „Im Vogelsang“ auch größer als gewöhnlich, zwischen 300 und gut 400 m2 misst eine jede. Zudem haben alle: schöne Aussicht. Auf Holthausens Naturschutzgebiet blicken die Schrebergartenfreunde des KGV Hattingen von ihren grünen Oasen in Hanglage, die sie gepachtet haben von Bruno Baumann, der hier einst eine Gärtnerei hatte.

„Ich weiß noch, wie das hier früher alles voller Brombeersträucher war“, erinnert sich Brunhilda Hommerich (75) an die Anfänge. Wie sie, vor einem Vierteljahrhundert noch alles andere als eine Kleingartenfreundin, damals versuchte, dem Beerengewächs, nun ja, Herrin zu werden, auf dass ihre Parzelle Nr. 7 sich in einen schönen Schrebergarten verwandle. Ihrem Mann Gerd zuliebe, einem Kleingärtner mit Leib und Seele.

Brunhilda Hommerich ist Frau der ersten Stunde des KGV Hattingen, sie hat den ersten Spatenstich Im Vogelsang miterlebt, als der damalige Bürgermeister der Stadt, Günter Wüllner, im September 1988 zusammen mit ihrem Mann, dem ersten ersten Vorsitzenden des KGV, den ersten Apfelbaum pflanzte. Sie war dabei, als um den Jahreswechsel 1988/1989 die ersten Häuser hier gebaut wurden, als die ersten Blumen gesät und die erste Gemüse- und Obsternte eingefahren wurde und es in ihrer Anlage schließlich richtig heimelig wurde.

Heute ist Brunhilda Hommerich das älteste Mitglied des KGV Hattingen, ihr Mann Gerd ist inzwischen verstorben und die meisten Mitstreiter aus den Anfangsjahren haben ihre Parzellen verkauft. Doch Brunhilda Hommerich denkt nicht daran, ihre Parzelle abzutreten. Sie fühlt sich wohl hier, wo „jeder jedem hilft“. Außerdem, sagt sie, habe sie „das Gärtnern liebgewonnen“ – und zeigt stolz auf ihr akkurat gepflegtes Blumenbeet im vorderen Gartenbereich.

„Sag’ ich’s doch“, ruft Steffen Clauß, „Kleingärtnern ist die Lebensbereicherung überhaupt!“ Und dann mäht er seinen Rasen.

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