Gebäudereinigung

Die Stadt Hattingen ärgert sich über private Putzkolonnen

Rund 135 000 Quadratmeter haben die Reinigungskräfte in städtischen Gebäuden sauber zu halten. Die Verwaltung möchte künftig wieder kommunale Beschäftigte putzen lassen.

Foto: Martin Gerten

Rund 135 000 Quadratmeter haben die Reinigungskräfte in städtischen Gebäuden sauber zu halten. Die Verwaltung möchte künftig wieder kommunale Beschäftigte putzen lassen. Foto: Martin Gerten

Hattingen.  Die Verwaltung ist mit der Arbeit privater Reinigungsfirmen in städtischen Gebäuden nicht zufrieden. Bochum sagt eine geplante Zusammenarbeit ab.

Seit acht Jahren putzen auch private Dienstleister Hattinger Rathaus- und Schulflure. Da hatte die Stadtverwaltung 40 Prozent der Reinigungsarbeiten aus Kostengründen an Fremdfirmen vergeben. Was die Qualität angeht, sieht die Stadtspitze die externen Saubermänner inzwischen kritisch. „Mit einigen Firmen sind wir sehr zufrieden, mit anderen überhaupt nicht“, sagt Personaldezernent Frank Mielke auf Anfrage der WAZ. Und bestätigt, dass man im Rathaus über eine Rekommunalisierung nachdenkt.

Stunden müssen korrekt verrechnet werden

Und das schon lange. Es gibt Pläne für eine Zusammenarbeit mit Bochum. Seit September 2016 laufen Gespräche. Jetzt macht die Nachbarstadt einen Rückzieher. „Nur bei korrekt berechneten Stundenverrechnungssätzen kann ein Nachteil für die Stadt Bochum ausgeschlossen werden“, heißt es in einem Sachbericht des Rechnungsprüfungsamtes für die Fachausschüsse. Und das ist offenbar nicht zu leisten.

Verträge nur noch kurzfristig

„Wir arbeiten gerne interkommunal zusammen“, sagt Bochums Stadtsprecher Thomas Sprenger. „In diesem Fall raten unsere Juristen aber vorerst davon ab. Die Verrechnung muss einwandfrei nachvollziehbar sein.“ In zwei Jahren wollen sich die Bochumer das Thema noch einmal vornehmen.

Gut möglich, dass Hattingen so lange nicht wartet. „Wir behalten das Ziel Bochum im Auge, werden uns aber auch in andere Himmelsrichtungen umsehen“, betont Mielke. Bis ein Partner für interkommunale Zusammenarbeit feststeht, werde man auslaufende Verträge mit externen Reinigungsfirmen nur noch kurzfristig abschließen.

Probleme bei den Rechnungsprüfungsämtern

Von einer Zusammenarbeit mit Bochum hatte sich Hattingen keine finanziellen, wohl aber qualitative Vorteile versprochen. Kommunale Reinigungskräfte arbeiten einfach besser, heißt es. Und das, obwohl die Stadt die Messlatte für die eigenen Dienstleister 2013 deutlich höher gelegt hat, und zwar von 160 auf 230 Quadratmeter Putzleistung pro Stunde. Zu der Zeit waren in den Gebäuden der Stadt rund 135 000 Quadratmeter Boden sauber zu halten. 1,3 Millionen Euro gab die Kommune für 78 eigene Reinigungskräfte auf 31 Planstellen aus. 560 000 Euro erhielten private Dienstleister.

Neben der Gebäudereinigung kommt eine weitere geplante interkommunale Zusammenarbeit aktuell nicht von der Stelle: die Zusammenlegung der Rechnungsprüfungsämter mit Gevelsberg und Sprockhövel. Strukturell sei die Sache auf gutem Weg, man rede aber noch über Personalien, heißt es aus dem Rathaus.

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