PROJEKT

Ein offenes Ohr für behinderte Menschen in Hattingen

Uwe Tillmann, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Hattingen, hat ein neues Projekt mit dem Titel „Das offene Ohr"  initiiert.

Uwe Tillmann, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Hattingen, hat ein neues Projekt mit dem Titel „Das offene Ohr" initiiert.

Foto: Bastian Haumann

Hattingen.   Projekt der Lebenshilfe bringt Bürger öffentlich mit Bewohnern stationärer Einrichtungen zusammen. Beide Seiten können Fragen stellen.

„Das offene Ohr“ nennt sich ein neues Projekt der Lebenshilfe Hattingen. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen mit Bürgern zusammenbringen, denen sie für gewöhnlich eher selten begegnen.

Unter dem Motto „Was ich schon immer fragen wollte“ sollen beide Gruppen miteinander ins Gespräch kommen – in aller Öffentlichkeit. Erdacht hat sich „Das offene Ohr“, das sie Aktion Mensch mit 5000 Euro fördert, Lebenshilfe-Geschäftsführer Uwe Tillmann.

Gespannt“ darauf, um welche Themen es in den Gesprächen geht

Was bewegt behinderte Menschen? Was haben sie für Fragen an Nicht-Behinderte? Und was wollen nicht-behinderte Menschen von Menschen mit Handicap wissen? Uwe Tillmann sagt, er sei selbst „ganz gespannt“ darauf, um welche Themen es in den Gesprächen überhaupt gehen werde.

Vorwiegend Bewohnern stationärer Einrichtungen will er durch „Das offene Ohr“ dabei die Möglichkeit bieten, in der Öffentlichkeit präsent zu sein und so dazu beitragen, „dass diese Randgruppe stärker von uns allen wahrgenommen wird“. Als Anstoß für „ein ganz normales Miteinander“.

Menschen mit Behinderungen nicht vorführen

Damit „Das offene Ohr“ dabei ein Erfolg wird, Schwellenängste auf beiden Seiten abgebaut werden, sei es dabei wichtig, Räume zu schaffen, „innerhalb derer sich Menschen offen und unvoreingenommen begegnen können, wo der Einzelne zählt, der Wert seiner Worte und Gefühle Beachtung findet“, betont Tillmann. Und gesteht: „Das ist durchaus ein schwieriger Spagat.“ Zudem müsse er als Hauptorganisator „aufpassen, dass wir die Menschen mit Behinderungen nicht vorführen“.

Spielerisch vorbereitet werden die – bislang noch nicht ausgewählten – Teilnehmer aus den stationären Einrichtungen der Lebenshilfe daher im Vorfeld auf die Gesprächsrunden, die vor und innerhalb von Hattinger Geschäften stattfinden sollen. Uwe Tillmann plant die Dialoge dabei als jeweils einstündige Events, in der die Dialogpartner einander in farbigen Ohrensesseln gegenübersitzen. Zudem soll ein Moderator helfen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Veranstaltungsreihe zu gewinnen.

Veranstaltungsreihe startet im Mai

Für sein Projekt sucht der Lebenshilfe-Geschäftsführer dabei nun zehn bis zwölf Hattinger Geschäftsleute, die dieses unterstützen, indem sie ihre Räumlichkeiten für „Das offene Ohr“ zur Verfügung stellen (Kontakt: 02324-685 70 12, E-Mail info@lebenshilfe-hattingen.de). Starten soll die über rund drei Monate laufende Veranstaltungsreihe dabei im Mai.

Noch nicht entschieden hat Uwe Tillmann derweil, ob Bürger im Vorfeld ihre Fragen an behinderte Menschen einreichen können und diese dann während der jeweiligen Veranstaltung aus einer Box gezogen werden. Oder aber, ob alle Gesprächspartner spontan fragen, was sie bewegt. Was dann wie im echten Leben wäre . . .

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