Musik

Es swingt mit Dieter Falk und dem Chor Gospel Unlimited

Dieter Falk, Autor des Pop-Oratoriums „Luther“, besuchte mit Sohn Paul den Chor Gospel Unlimited mit Chorleiter Wolfgang Steiger für einen Workshop im Paul-Gerhardt-Haus. Fotos:Manfred Sander

Dieter Falk, Autor des Pop-Oratoriums „Luther“, besuchte mit Sohn Paul den Chor Gospel Unlimited mit Chorleiter Wolfgang Steiger für einen Workshop im Paul-Gerhardt-Haus. Fotos:Manfred Sander

hattingen.   Der Autor des Pop-Oratoriums „Luther“ und sein Sohn Paul haben einen Workshop mit 50 Hattinger Hobbymusikern durchgeführt in Welper.

Es swingt im Paul-Gerhardt-Haus. Die Musik – man kann sie nicht nur hören, man spürt sie, atmet sie. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, die Sängerinnen und Sänger von Gospel Unlimited strahlen, sind konzentriert und trotzdem locker. Sie und Chorleiter Wolfgang Steiger proben mit zwei echten Profis der Musikszene: Dieter Falk, Autor des erfolgreichen Pop-Oratoriums „Luther“, und Sohn Paul sind gekommen, um mit den Hobbymusikern einen Workshop zu veranstalten.

Zuerst war es Können und dann kam auch noch Glück dazu. Denn aus 500 Chören, die im Luther-Reformationsjahr das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ singen und ein Video davon im Internet hochladen sollten, wurden Gospel Unlimited und einige andere ausgewählt. „Unter den Besten entschied dann das Los“, erzählt Dieter Falk, der überzeugt ist, mit dem Chor und vor allem dem Chorleiter die Richtigen ausgewählt zu haben.

„Das hat sich total gut angehört“

Angestoßen hatte die Aktion „Brot für die Welt“ und „Gospel für eine gerechtere Welt“. „Der Chor hat richtig Power und vor allem hat er mit Wolfgang Steiger einen sehr guten Leiter“, ist Musiker Dieter Falk überzeugt. „Der macht das richtig gut.“ Ob ein Chor Potenzial hat, sich weiterentwickeln kann, höre man beim ersten Titel, sagt der Musikprofi. „Da weiß man, ob er den Ton halten kann, Rhythmus hat und vor allem Ausstrahlung rüberkommt.“

Die ungefähr 50 Sängerinnen und Sänger kleben ihm an den Lippen, setzen die Akzente um, mit denen er einem Lied den besonderen Charakter gibt. „Es ist wie bei einer Ballade. Ihr müsst so singen, dass ein richtiger Piek rauskommt.“ Dann wieder eine kurze Sequenz proben und es folgt ein großes Lob. „Das hat sich schon total gut angehört.“ Musikinfiziert war der 58-Jährige schon immer. Seine Mutter war Chorleiterin, sein Vater sang im Chor. „Zusammen mit meinem Bruder gründete ich in unserer Gemeinde einen Gospelchor. Da waren wir 16 und 18 Jahre alt.“ Der Spaß an großen Chören blieb.

Sein nächstes Projekt heißt „Rock-Chor 60+“. Er startet es bundesweit. „Ich glaube, es funktioniert, denn Musik ist wieder sexy geworden“, stellt er fest. Außerdem werde er nächstes Jahr 60 Jahre alt und da kam ihm das Projekt in den Kopf.

Drei Stunden lang – von 19 bis 22 Uhr – machte er in Welper den Workshop. Nur eine kleine Pause gab es, die er allerdings genoss. „Die hatten ja ein tolles Buffet aufgebaut“, freut sich der Profi.

Ein Händchen zum Motivieren

In der Tat sah es bunt, gesund, verführerisch und lecker aus. Mit Rohkost, frischem Brot, Würstchen, vegetarischen Frikadellen, kleinen Tomaten, griechischem, italienischem Dip und Süßigkeiten. Nach kurzer Zeit war aber Schluss mit kulinarischen Genüssen, da gewann die Musik wieder die Oberhand.

Drei Lieder, die für den Chor neu waren, wurden einstudiert. „Gloria“ von Bach, „Fix you“ von Coldplay und „Regen“ von seinem Sohn Paul, der Sänger und Schauspieler ist. Warum das so ausgezeichnet funktioniert, innerhalb kürzester Zeit mit einem fremden Chor neues Terrain zu sondieren, ist für den Profi ganz einfach.

„Das Beste ist learning by doing“, sagt Dieter Falk. „Man muss es einfach machen und ein Händchen dafür haben, einen Chor zu motivieren. Vor allem darf man keine gespielte Freundlichkeit haben, man muss die Menschen gerne haben.“

Das nimmt man dem Vollblutmusiker ab. Er ist leidenschaftlich, authentisch, energiegeladen. Und sein Sohn Paul tritt als Kreativkopf längst in seine Fußstapfen, mit eigenen Akzenten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik