KULTUR

Gelungener Nachtschnittchen-Auftakt im Hattinger Henrichs

Läutete das Nachtschnittchen-Jahr 2018 im Henrichs ein: Holger Müller begeisterte in seiner Rolle als „Ausbilder Schmidt“. Die Zuschauerinnen und Zuschauer fanden den Auftakt toll. 

Foto: Manfred Sander

Läutete das Nachtschnittchen-Jahr 2018 im Henrichs ein: Holger Müller begeisterte in seiner Rolle als „Ausbilder Schmidt“. Die Zuschauerinnen und Zuschauer fanden den Auftakt toll.  Foto: Manfred Sander

Hattingen.   Nachtschnittchen-Akteure bereiten Zuschauern einen guten Start in die Woche. „Monsieur Momo“ und „Der unglaubliche Heinz“ begeistern die Zuschauer.

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Liebe Luschen, liebe Luschienen: Eine Begrüßung, die man wohl nur in einer Comedy-Show ohne Probleme benutzen kann. Und sie kann nur von einem kommen: Ausbilder Schmidt. Der sorgt im voll besetzten Henrichs bei der ersten Ausgabe der Nachtschnittchen 2018 für einen guten Start in die Woche. Dem Applaus nach zu urteilen sind viele Zuschauer hauptsächlich für den „liebenswürdigen Drecksack“ gekommen, wie Moderator Helmut Sanftenschneider ihn ankündigt.

In Bundeswehr-Uniform, schwarzen Springerstiefeln, Sonnenbrille und rotem Barett reißt er einen bösen Witz nach dem anderen. Sein Programm ist eine Mischung aus politischer und gesellschaftlicher Kritik immer mit Bezug zur Bundeswehr. Die Zukunft seien da solarbetriebene Panzer mit grüner Plakette und eine Rentnerarmee. „30 000 Gehhilfen, das ist doch die beste Abwehr“, meint der Ausbilder.

Feindbild der eigenen Rolle

Das kommt an beim Publikum, das auch gut über sich selbst lachen kann. Auch zu viel politische Korrektheit geht Ausbilder Schmidt gegen den Strich. „Zigeunersoße heißt demnächst Sinti und Roma Dressing.“ Seit über 20 Jahren spielt Holger Müller die Rolle des Bundeswehr-Ausbilders, dabei sieht er im wirklichen Leben aus wie das Feindbild seiner eigenen Rolle. Damit das Publikum sich das auch vorstellen kann, spielt er einfach einen Teil seines Programms ohne Barett und Sonnenbrille und erzählt von kuriosen Auftrittsorten wie Afghanistan und dem Kölner Gefängnis.

Bevor der nächste Künstler auf die Bühne kann, lässt Moderator Helmut Sanftenschneider es sich nicht nehmen, aus dem Ausbilder das Partytier heraus zu kitzeln. Zum Playback von Madonnas „Hung up“ gibt der Ausbilder alles und lässt die Arme vor der Brust rollen. Das Publikum ist hellauf begeistert.

Bei so einer Show haben „Monsieur Momo“ und Nachtschnittchen-Dauergast „Der unglaubliche Heinz“ es nicht unbedingt leicht das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Aber durch die unterschiedliche Art der Künstler gelingt ihnen auch das. Der unglaubliche Heinz sorgt für zusätzliche musikalische Unterhaltung mit seinen Songs über die Frau, Beziehungen und das Leben im allgemeinen, wie beispielsweise atmen. Die Wundertüte des Abends aber war wohl Monsieur Momo – und das quasi buchstäblich. Mit seiner minimalistischen Show, die an eine sehr gute Clownsnummer aus dem Zirkus erinnert, begeistert er die Zuschauer. Seine offensichtlichen „Zaubertricks“, die jeder sofort durchschaut, und das ständig wiederholte Wort „Magic“ sind so urkomisch, dass es das Publikum kaum noch auf den Stühlen hält. Und was darf bei einer solchen Nummer auf keinen Fall fehlen? Natürlich der gelungene Abgang von der Bühne mit Konfetti und einem „Magic“.

>>> INFO: Im Mai draußen

  • Für die nächsten Nachtschnittchen, bei denen Hattinger gern dabei sein möchten, müssen sie sich keine Karten sichern und vorher überlegen, ob sie an diesem Tag auch Zeit haben. Denn in drei Monaten können sie die Nachtschnittchen kostenlos und draußen genießen.
  • Und zwar bei nächsten Altstadtfest im Monat Mai am Samstag, 12. Mai.
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