Umweltschutz

Jugendliche und Oldies rufen zum Streik für die Umwelt auf

Juliane Lubisch ist eine der Mitorganisatorinnen der Umweltbewegung „Oldies for Future“ in Hattingen.

Juliane Lubisch ist eine der Mitorganisatorinnen der Umweltbewegung „Oldies for Future“ in Hattingen.

Foto: Volker Speckenwirth / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Ältere in Hattingen schließen sich der Friday-for-Future-Aktion an – und rufen mit Jugendlichen zum Streik auf. Juliane Lubisch erklärt, warum.

Die ältere Generation in Hattingen wacht auf – und schließt sich der Umweltbewegung „Oldies for Future“ an. Am kommenden Freitag, 20 September, 9.30 bis 12 Uhr rufen die Organisatoren in Hattingen zum Treffen auf dem Untermarkt auf.

„Ihr habt uns aufgeweckt!“ ist der Flyer überschrieben, der in den sozialen Medien Aufmerksamkeit erregt. Inge Berger, Dorothea Knoch (80) und Juliane Lubisch machen sich stark für die Aktion. „Dorothea Knoch hat die Idee gehabt, ihre Enkelin hat sie darauf gebracht. Wir kennen uns alle privat und haben beschlossen, dabei mitzumachen“, erklärt Juliane Lubisch (62).

Jugendparlament in Hattingen kooperiert bei der Aktion mit „Oldies for Future“

Dabei werden die Oldies for Future bei der Aktion nicht alleine sein. „Das Jugendparlament Hattingen macht mit. Die Zielrichtung ist, dass Alt und Jung sich zusammen für die Zukunft engagieren“, so Lubisch.

Die Leiterin der Abteilung Erziehungshilfe bei der Stadt erklärt, warum sie mitmacht und auch über Facebook aufruft „Nicht vergessen – mitmachen“: „Ich habe meine Oma früher gefragt, was sie gegen Hitler gemacht hat. Wenn ich denn mal Enkel haben werde, werden sie mich fragen, was ich gegen die Vermüllung der Meere mit Plastik getan habe. Dann werde ich nach bisherigem Stand sagen müssen: Oma hat auf dem Sofa gelegen.“ Genau das will sie aber nicht sagen müssen – und engagiert sich.

Mit Plakaten wollen die Aktiven auf dem Untermarkt erscheinen und auch Sprüche von Mahatma Ghandi fotokopieren und verteilen. „Außerdem soll es Aufkleber fürs Auto geben und Sonnenblumen. Wir möchten mit den Bürgern ins Gespräch kommen und sie aufrütteln.“ Die Organisatoren freuen sich über jeden, der mitmacht und beantworten auch gerne Fragen von Interessierten.

Häufungen der Katastrophen sehen die Älteren als Auswirkung des eigenen Lebensstils

Auf dem Flyer betonen sie: „Wir, die älteren Generationen, haben zu lange geschlafen und einfach weitergemacht. Wir wurden von der Jugend aufgeweckt und stehen jetzt in der Pflicht, zu handeln.“ Denn, so gestehen sie ein: „Hitzewellen, Überflutungen, Wirbelstürme. Die Häufungen dieser Katastrophen sind Auswirkungen unseres Lebensstils.“

Am Freitag, 20 . September, ruft Fridays for Future zum dritten globalen Klimastreik #AllesfürsKlima auf. Damit setzen sich die Aktivisten ein für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung. Explizit sind alle Generationen dazu aufgerufen, sich zu beteiligen. In einigen Städten sind bereits „Oldies for Future“ oder „Grannies for Future“ auf die Straße gegangen. Und folgen damit der Aufforderung auf der Homepage: „Die Zeit des Zuschauens ist vorbei. Am 20. September kämpfst Du für Deine Zukunft.“ Und für die der Nachkommen. Hattingen ist bereits auf der Aktiven-Karte auf der Homepage als Streikort aufgeführt.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben