Klimaschutzkonzept

Klimaschutz kostet und bringt Geld – auch in Hattingen

Dezernent Jens Hendrix und Stadtentwicklerin Regine Hannappel haben aktiv am Klimaschutzkonzept für Hattingen mitgearbeitet.

Dezernent Jens Hendrix und Stadtentwicklerin Regine Hannappel haben aktiv am Klimaschutzkonzept für Hattingen mitgearbeitet.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Bei der politischen Diskussion über das Klimaschutzkonzept in Hattingen prallen die Sichtweisen aufeinander. Was fehlt, ist vor allem Personal.

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Das Klimaschutzkonzept ist in der politischen Diskussion angekommen: Wie sollen wir das bezahlen, fragen die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Umwelt und Verkehr, gerade in Zeiten der Haushaltssicherung, in der sich Hattingen befindet. Was aber nicht heißt, dass sie sich gegen die Maßnahmen wehren – im Gegenteil: Die meisten Politiker wollen möglichst schnell loslegen.

Beim Klimaschutz prallen Sichtweisen aufeinander – auch in Hattingen

Dass bei diesem Thema Lebenseinstellungen und auch Weltanschauungen aufeinanderprallen, ist kein Hattinger Phänomen; Klimaschutz polarisiert, das sieht und spürt man in vielen Bereichen der Gesellschaft – schauen wir auf zwei Ansätze in der lokalen Politik.

Hier beispielsweise die Grünen, allen voran Robert Dedden, der die finanzielle Situation der Stadt erst einmal außen vor lässt und betont, dass es „eine existenzielle Entscheidung“ sei. „Wir müssen das ernst nehmen, wir müssen Geld dafür zur Verfügung stellen“, sagt er. „Und wenn wir sagen, dass wir zeitnah handeln, müssen wir das auch machen.“ Was für ihn zeitnah heißt: „Im nächsten Umweltausschuss!“ Er rechnet gegen: „Wenn man in den nächsten Jahren 1,8 Millionen Euro ins Altstadt-Parkhaus stecken will, muss man fragen: Ist das nötig?“

Dezernent Hendrix betont, dass die Stadt Hattingen eine Vobildfunktion hat

Schräg gegenüber von Robert Dedden sitzt Gerhard Nörenberg. Der CDU-Fraktionschef rechnet in Ruhe vor, dass Hattingen die Situation auf Deutschland bezogen um 0,038 Prozent verbessern könnte. „Natürlich ist dies ein ernstes Thema, es ist eine Aufgabe für Europa. Deshalb müssen wir zunächst unsere Kollegen in den anderen Parlamenten treiben, dass sie endlich anfangen. Vor Ort müssen wir erst einmal die Bürgerschaft mitnehmen.“ Was er unterstreicht: „Wir müssen handeln, gar keine Frage, wir können aber nur das Machbare machen und sollten nicht einfach nach zusätzlichen Mitteln rufen. Lasst uns die Kirche im Dorf lassen!“

Dezernent Jens Hendrix führt beide Seiten zusammen, betont, dass die Stadt eine Vorbildfunktion hat. „Wir sollten das Gute jetzt anfangen. Es gibt auch schon viele Maßnahmen, die im aktuellen Haushalt eingepreist sind, die aber nicht sofort als solche auffallen.“

Bis zur kommenden Woche soll es eine Liste geben, welche finanziellen Mittel in 2020 für Maßnahmen, die ins Klimaschutzkonzept fallen, bereitgestellt werden.

Klimaschutz ist auch ein Wirtschaftsförderungsprogramm für die Stadt, so die Experten

Die Büros Gertec und K.Plan, die das Klimaschutzkonzept im Auftrag der Stadt erarbeitet haben, machen deutlich, dass Klimaschutz nicht nur kostet, sondern auch Geld bringt: „Jeder investierte Euro bringt acht Euro. Denn Klimaschutz ist auch ein Wirtschaftsförderungsprogramm für die Stadt, weil Handwerker für die Maßnahmen beschäftigt werden.“

Was für alle feststeht: Der Erfolg steht und fällt mit dem Personal – und hierbei gibt es Bedarf. Ein Klimaschutzmanagement soll 2020 eingerichtet werden, im Jahr darauf soll ein Nahmobilitätsmanagement für mehr und besseren Fahrrad- und Fußgängerverkehr folgen.

Was auch feststeht, das betont Rainer Sommer (SPD): „Wenn wir jetzt nicht anfangen, können wir alle nach Hause gehen!“

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