Drogen

Polizei entdeckt riesige Marihuana-Plantage in Hattingen

Etwa 900 Cannabis-Pflanzen entdeckte die Polizei auf einer Plantage im Ludwigstal in Hattingen.

Foto: Polizei

Etwa 900 Cannabis-Pflanzen entdeckte die Polizei auf einer Plantage im Ludwigstal in Hattingen. Foto: Polizei

Hattingen.  Die Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis hat im Ludwigstal bei Durchsuchungen Drogen im Wert von 1,3 Millionen Euro sichergestellt. Es gab Festnahmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis ist ein Schlag gegen die Rauschgiftszene gelungen. 120 Kilogramm Drogen im Wert von 1,3 Millionen Euro wurden gefunden. In Hattingen wurde eine Marihuana-Plantage im Ludwigstal entdeckt. Zwölf Beteiligte wurden in Zuge der Ermittlungen festgenommen.

900 Cannabis-Pflanzen hatten die Ermittler in einer gemieteten Firmenhalle gefunden. Auf die riesige Plantage waren sie nur aufmerksam geworden, weil sich der Vermieter mit einem unguten Gefühl bei der Polizei gemeldet hatte, da die Fenster stets abgeklebt waren. Als die die Räume durchsuchte, stieß sie auf die Plantage. Den Straßenverkehrswert der Drogen beziffert Polizeisprecherin Sonja Wever auf etwa eine Million Euro.

72 Durchsuchungen in acht Städten

Damit macht der Fall in Hattingen den größten Teil der Funde aus. Insgesamt 72 Durchsuchungen hatte es in allen acht Städten des Kreises gegeben, in denen die Kreispolizei zuständig ist (außer Witten). Insgesamt 85 Kilogramm Marihuana konnten dabei sichergestellt werden. Dazu kommen etwa 35 Kilogramm Amphetamine, Heroin und Kokain. Den Straßenverkaufswert schätzt die Polizei hier auf 300 000 Euro. Zudem wurden zusammen 200 000 Euro in bar gefunden.

Damit ist es einer der größten Schläge gegen die Drogenszene, die der Kreispolizei je gelungen sind. „Der Rattenschwanz, den die Anfangserfolge hinter sich herzogen, wurde immer länger“, sagt Sonja Wever und mit Blick auf die Hattinger Plantage ergänzt sie: „Wie groß ein Fall ist, weiß man erst, wenn man es sieht.“

Todesfall nach Konsum von „Legal Highs“

Bereits seit März des vergangenen Jahres ermittelte die Polizei intensiv in der Rauschgiftszene im Ennepe-Ruhr-Kreis. Eine eigens gegründete Ermittlungsgruppe beschäftigte sich mehr als ein halbes Jahr ausschließlich mit diesem Thema.

Ausgangspunkt der polizeilichen Untersuchungen war ein Todesfall im Raum Regensburg. Dort war eine Person nach der Einnahme von so genannten „Legal Highs“ gestorben. Die Spur führte auch in den Ennepe-Ruhr-Kreis. Über das Internet waren von hier aus die psychoaktiven Kräutermischungen in das gesamte Bundesgebiet vertrieben worden.

Verstöße gegen das Waffengesetz

Zwölf Personen konnte die Polizei festnehmen. Zwei Hauptverdächtige des Drogen-Netzwerks sitzen aktuell in Untersuchungshaft. Zudem stellte die Polizei Waffen sicher. Dabei habe es sich zumeist um Schlagringe, Messer oder nicht scharfe Schusswaffen gehandelt, erklärt die Polizei. Die Staatsanwaltschaften Hagen und Essen klären nun, ob weitere Ermittlungen nötig sind. Anklagen wurden entsprechend noch nicht erhoben.

>>> INFO: Große Rauschgiftfälle der Vergangenheit

  • Auf einer Straußenfarm im Gennebreck war 2013 eine Cannabis-Plantage entdeckt worden. In acht vergrabenen Seecontainern wurden die Pflanzen gezüchtet.
  • 2016 wurde ein Ehepaar festgenommen, das auf einem Campingplatz für seinen Sohn kiloweise Drogen gelagert und diese auch besorgt hatte.
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Mehr zum Thema
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik