Schulanfang

Polizei nimmt Elterntaxis in Hattingen wieder ins Visier

Die Zahl der Eltern-Taxis steigt in Hattingen.

Die Zahl der Eltern-Taxis steigt in Hattingen.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa-tmn

Hattingen.  Die Zahl der Unfälle mit Kindern nimmt in Hattingen deutlich zu. Zum Schulstart nimmt die Polizei die Eltern-Taxis besonders in den Fokus.

Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder ist in Hattingen nach einem zunächst erfreulichen Rückgang zuletzt wieder deutlich angestiegen. Besonders zum Schulbeginn richten Kreis-Verkehrswacht, Polizei und Schulen ihr Augenmerk auf die Sicherheit von Kindern. Dabei geraten immer wieder die Elterntaxis in den Fokus.

16 verunglückte Kinder in Hattingen

65 Kinder verunglückten 2018 im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizei (Ennepe-Ruhr-Kreis außer Witten) im Straßenverkehr – in der Hälfte der Fälle waren die Kinder aktiv am Unfallgeschehen beteiligt. Hattingen stellt mit 16 Kindern die größte Gruppe – nach einem Tiefststand zwei Jahre zuvor (vier verunglückte Kinder) ein deutlicher Anstieg. Auch, wenn nur fünf Kinder aktiv an den Unfällen beteiligt waren, der Rest passiv.

Zunehmend problematisch sieht die Polizei die Autos der Eltern, die ihre Kinder direkt vor der Schule abliefern und dafür auch im Halteverbot stehen. „Diese Situation ist definitiv schwieriger geworden“, bestätigt Polizeisprecherin Vera Viebahn.

Eltern müssen Bußgelder zahlen

Die Bezirksbeamten der Polizei stehen mit den Schulen in Kontakt. „Sie sind jeden Tag unterwegs, haben ein Auge auf schwierige Stellen und sind für die Schulen ansprechbar“, erklärt Viebahn. Und nicht nur das: „Eltern, die ihre Kinder bis vor das Schultor fahren, werden regelmäßig kontrolliert und zur Kasse gebeten.“

Denn vor den Schulen herrscht in der Regel ein absolutes Halteverbot. Und das aus gutem Grund: Gerade diese Straßen sind stark frequentiert. „Kinder haben hier oft das Gefühl, schon fast da zu sein und schauen deshalb nicht immer genau, bevor sie auf die Straße laufen“, weiß Viebahn. Zwischen haltenden Autos werden sie schnell übersehen. Zudem können Kinder Geschwindigkeit nicht gut einschätzen. Auf die Gefahren würde auf Elternabenden vor Schulbeginn hingewiesen. Vera Viebahn betont: „Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst.“

Schulwegkarten zeigen den sichersten Weg

Um den Schulweg so sicher wie möglich zu gestalten, wurden von der Stadt in Zusammenarbeit mit den Schulen und der Polizei außerdem Karten erarbeitet, die die sichersten Wege rund um die Grundschulen zeigen. Auch die werden den Eltern an die Hand gegeben, damit diese den Schulweg mit ihren Kindern üben können.

Vermerkt sind dort in Grün sichere Wege – das muss nicht immer die kürzeste Strecke sein. Und auch gefährliche Stellen, wie kreuzende Bahnschienen, sowie Querungshilfen an Straßen und Fußgängerampeln etc., sind gekennzeichnet. Regelmäßig werden die Pläne angepasst oder überprüft, ob die Empfehlungen noch zutreffen. So sind einige Schulwegkarten schon acht Jahre alt, andere nur zwei.

Kreis-Verkehrswacht EN informiert in den Kitas

Schon in der Vorschule setzt die Kreis-Verkehrswacht an mit ihrer Aktion „Sicher zur Schule“. Bereits im Mai verteilten die Helfer in Kindertageseinrichtungen Materialien für die Verkehrserziehung. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit den Erzieherinnen und Erziehern der Kindertageseinrichtungen und den Eltern der Vorschulkinder dazu beitragen können, die Unfallzahlen zu reduzieren“, sagt Sonja Becker, Geschäftsführerin der Verkehrswacht.

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