Nahverkehr

S 3 fährt bald zwei Minuten länger von Hattingen nach Essen

Die S-Bahn-Linie 3 fährt ab dem 15. Dezember 22 Minuten von Hattingen nach Essen – bislang sind es 20.

Die S-Bahn-Linie 3 fährt ab dem 15. Dezember 22 Minuten von Hattingen nach Essen – bislang sind es 20.

Foto: Steimann / WAZ FotoPool

Hattingen.  Der S-Bahn-Linie 3 fährt ab dem 15. Dezember nicht nur seltener in Hattingen ab, sie braucht auch zwei Minuten länger, um nach Essen zu kommen.

Die S-Bahn-Linie braucht ab dem 15. Dezember zwei Minuten länger, um den Essener Hauptbahnhof zu erreichen.

Grund ist eine Wartezeit im Bahnhof Essen-Steele Ost, die sich aus Optimierungen des VRR am Bochumer Hauptbahnhof ergibt – das Zeitfenster für Anschlussfahrten wird knapper.

Fahrt von Hattingen nach Oberhausen dauert künftig 40 Minuten

Wie berichtet, wird der Takt für die Fahrten der S 3 zwischen Hattingen und Oberhausen von 20 auf 30 Minuten umgestellt, die neuen Abfahrtzeiten sind wochentags und am Wochenende um .03 und um .33. In Essen sollen die Züge 22 Minuten später ankommen (bisher 20), in Oberhausen 40 Minuten später (39).

Hintergrund: Fahrgäste in Bochum dürfen sich nach dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember über bessere Anbindungen an Bus und Bahn freuen. Und weil die Bahntrasse ab Essen-Steele Ost nicht nur von der S 3, sondern auch von der S 1, S 9, vom RE 14 und dem RE 49 genutzt wird, muss der Zug aus Hattingen eine längere Pause einlegen.

DB Regio fährt bis 29. Februar 2020 – danach übernimmt Abellio

„Das liegt nicht an Abellio“, sagt Unternehmenssprecherin Julia Limia y Campos. „Für die Trassen ist die Deutsche Bahn zuständig. Wir müssen der Bahn die Zeiten melden, die wir gerne hätten – ob wir sie dann aber nach Wunsch bekommen, steht nicht mehr in unserer Macht.“

Die Abellio Rail NRW ist ab Mitte Dezember Betreiber der S 3-Linie, hat die DB Regio beauftragt, die Fahrten bis Ende Februar weiterhin durchzuführen. Erst ab dem 1. März 2020 betreibt Abellio die Strecke dann eigenständig.

„In unseren Verträgen ist alles minutiös vorgeschrieben, auch wieviel Personal wir vorhalten müssen, um den Betrieb reibungslos zu gewährleisten“, sagt Julia Limia y Campos. Da man kein Risiko eingehen wollte, habe man die Deutsche Bahn beauftragt. Ab dem 1. März ist Abellio sicher, genügend Personal zu haben.

Abellio-Sprecherin wirbt für Beruf als Triebfahrzeug-Führer

„Wir haben zurzeit ungefähr 100 Auszubildende“, so Limia y Campos. Sie würden aber nicht alle im S-Bahn-Betrieb eingesetzt – „außerdem springen immer einige ab, weil die Anforderungen zu hoch sind“, erklärt die Pressesprecherin. Das Problem sei, dass „es deutschlandweit viel zu wenige Triebfahrzeug-Führer“ gebe. Das Wort Lokführer sei leider immer noch im Sprachgebrauch, es treffe aber schon lange nicht mehr zu, weil die neuen Züge mit komplizierter Technik ausgestattet seien. Mit einer früheren Lok hätten sie nichts mehr gemein.

Sie wirbt für den Beruf: „Wer taff ist, zielorientiert und bereit, viel zu lernen, um die Prüfung zu schaffen, der ist bei uns richtig und hat dauerhaft einen sicheren Job, wenn er unsere Werte verinnerlicht“, betont Julia Limia y Campos. Die Werte seien Pünktlichkeit, Sicherheit, Sauberkeit und guter Service.

Fernfahrten ab Hattingen sind jetzt wieder buchbar

Seit Dienstag sind die neuen Fahrpläne für die S 3 jetzt online, jetzt sind auch Fernfahrten von Hattingen aus wieder buchbar.

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