Prostituiertenschutzgesetz

So viele offizielle Sexarbeiter gibt es im Ennepe-Ruhr Kreis

Eine Prostituierte sitzt in einem Fenster in der Stahlstraße in Essen.

Foto: Socrates Tassos

Eine Prostituierte sitzt in einem Fenster in der Stahlstraße in Essen. Foto: Socrates Tassos

En-Kreis.  Seit Mitte 2017 gibt es in Deutschland ein neues Prostituiertenschutzgesetz. Das ist der Grund, warum nur wenige Sex-Arbeiterinnen sich anmelden.

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Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es 22 gemeldete Prostituierte und vier Anträge auf Erteilung einer Erlaubnis zum Betrieb eines Prostitutiongewerbes; eines davon in Sprockhövel. Zwei der gemeldeten Prostituierten wohnen in Hattingen. Das teilte die Pressestelle des Kreises auf Anfrage mit.

Zum Hintergrund: Am 1. Juli 2017 ist das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten. In diesem geht es um Auflagen für Sex-Arbeiter und Betreiber von Bordellen. Zudem regelt das Gesetz die Ausstattung für Bordelle, eine Kondompflicht für Freier, Gesundheitsangebote für Sex-Arbeiterinnen und eine Anmeldepflicht.

Nur wenige kommen der Meldepflicht nacht

Neueinsteiger mussten sich bereits seit dem 1. Juli 2017 melden. Für alle, die schon zuvor in der Branche gearbeitet hatten, war im Januar 2018 Anmelde-Stichtag.

Schätzungen zufolge gehen in NRW 30 000 bis 50 000 Menschen der Prostitution nach, bis Ende Oktober 2017 hatten sich landesweit aber gerade einmal etwas mehr als 500 Prostituierte angemeldet. Bislang, so ein Sprecher des Kreises, seien „keine verbotswidrigen Betriebe“ bekannt geworden, ebenso wenig Wohnungsprostitution.

Angst vor Stigmatisierung durch den „Hurenausweis“

Der Berufsverband „Erotische und sexuelle Dienstleistungen“ kritisiert das Gesetz scharf, weil es ohne die Beteiligung von Sex-Arbeitern entworfen und trotz Kritik der Betroffenen verabschiedet worden sei. Es beschneide die Grundrechte von Sex-Arbeitern und lege ihnen zu viele Pflichten auf.

Viele Betroffene fürchten eine Stigmatisierung und haben Datenschutz-Bedenken, weil sie einen sogenannten „Hurenausweis“ bei sich führen müssen. Das dürften die Gründe sein, warum sich so wenige Frauen gemeldet haben, obwohl das Gesetz dem Schutz der Sex-Arbeiterinnen dienen soll.

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