Kultur

Stepptanz-Kunst ist minutiös aufeinander abgestimmt

Magic of the Dance in der Gebläsehalle in Hattingen.

Magic of the Dance in der Gebläsehalle in Hattingen.

Foto: Manfred Sander

Hattingen.   Magic of the Dance begeistert in der Gebläsehalle und bezieht auch drei Zuschauer mit in die Show ein.

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Sie stehen fest ganz oben auf den Zehenspitzen, den Bruchteil einer Sekunde später auf den Hacken, springen über Fässer, auf denen sie gerade noch getrommelt haben und steppen, steppen, steppen zu schnellen keltischen Klängen und Rhythmen: „Magic of the Dance“ lieferte dem Publikum in der Henrichshütte am Samstagabend eine rasante Tanz-Show.

Der rote Faden ist eine Liebesgeschichte, die sich abspielt zwischen voller Lebensfreude und schrecklicher Not. Die Handlung bietet das klassische Programm Sehnsucht, Hass, Liebe, Intrige, Gut und Böse.

Choreographie vom Weltmeister John Carey

Immer wieder erscheinen Zeichen, die an die keltischen Ursprünge Irlands erinnern. Es ist eine Kombination von traditionellem Stepptanz, modern in Szene gesetzt und neu choreographiert vom achtmaligen Weltmeister John Carey.

Tänzerisch erzählt wird die Geschichte der irischen Auswanderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die lieber den möglichen Tod auf der gefährlichen Schiffsroute nach Amerika auf sich nehmen, als in der Heimat dem sicheren Tod entgegenzusehen. Tanz und positives Denken trotz des elend schwierigen Lebens hält in ihnen den Mut und die Zuversicht auf eine bessere Zukunft aufrecht. Im Mittelpunkt der vielen Auswanderer steht – auch optisch ganz deutlich herausgehoben – ein Liebespaar, das seinen ganz eigenen Weg zum Glück bestreiten muss.

Augen halten mit Schnelligkeit der Beine nicht mit

Während man als Zuschauer mit den Augen tatsächlich die präzise Schnelligkeit der Künstlerbeine nicht verfolgen kann, laufen im Hintergrund Bilder ab, die den Handlungsstrang unterstützen. Wellen, ein großes Schiff, ein Schild „Bitte keine Steine in den Hafen werfen“. Vorne auf der Bühne präsentieren die Künstlerinnen und Künstler im Dauertempo höchste Stepptanzkunst. Minutiös aufeinander abgestimmt.

Dann gibt es ein kleines Zwischenspiel, bei dem das Publikum gekonnt mit einbezogen wird.

Hohe Kunst für Anfänger, die auf die Bühne kommen

Drei Zuschauer werden herausgesucht, zwei Männer und eine Frau, und auf die Bühne gebeten. „Stellen Sie sich vor, es sind Grace Kelly, Frank Sinatra und James Dean“, sagt ein Tänzer von Magic of the Dance. Stepptanz für Anfänger: Einmal resolut, fest und energisch mit dem rechten Fuß auftreten. Das klappt bei allen Dreien. Und dann präzise im Rhythmus. Schon schwieriger. Danach kommt die hohe Kunst für Anfänger: Einmal hochspringen, beim zweiten Sprung in der Luft komplett um die eigene Achse drehen und – standsicher landen. Klappt so lala. Aber natürlich ist den mutigen Protagonisten Sonderapplaus sicher.

Das Schiff mit den Auswanderern ist längst in Amerika angekommen. „We will, we will rock you“ ist zu hören. Es scheint keine Melodie und keinen Rhythmus zu geben, zu dem die Profis nicht steppen können. Natürlich folgt ein Happy End, das Liebespaar wird in der Fremde glücklich und heiratet.

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