Beziehungsratgeber

Transgender Jill Deimel gibt in seinem Buch Liebestipps

Jill Deimel hatte bereits ein bewegtes Leben. In seinem ersten Buch, das im Mai erscheint, erklärt der Life- und Mentalcoach seine Formel für die Liebe.

Jill Deimel hatte bereits ein bewegtes Leben. In seinem ersten Buch, das im Mai erscheint, erklärt der Life- und Mentalcoach seine Formel für die Liebe.

Foto: Ramona Richter

Hattingen.   Mentalcoach Jill Deimel gibt in seinem ersten Buch Beziehungstipps. Als Transsexueller hat der Hattinger dabei ganz besondere Einblicke.

Spiritueller Life- und Mental­coach, Entspannungstrainer, Reikimeister, Model, Schauspieler – und jetzt auch Buchautor ist Jill Deimel (38). Im Mai erscheint sein Buch „#Liebesformel – wie Du lernst mit der Liebe zu rechnen“ im A.P.P.-Verlag. Geht’s da um die Berechenbarkeit der Liebe? Nein, sagt Deimel, „nicht im Sinne von Manipulation“. Wobei es die Liebe für den gebürtigen Hattinger, der „im Abi in Mathe nur einen Punkt geholt hat“ schon „krass logisch ist, wie eine Formel“.

Lange hat er sich selbst mit dem Thema beschäftigt, besonders nach seiner Scheidung. „Danach war ich lange alleine.“ Inzwischen ist er mit der RTL-Moderatorin Bella Lesnik liiert. „Ich habe auch gemerkt, dass sich bei Menschen letztlich alles um die Liebe dreht. Egal bei welchem Coaching, beispielsweise für den Beruf oder zur Selbstfindung, am Ende landet man doch immer bei dem Thema.“

Transmann: Als Frau geboren, Leben als Mann

Eigentlich hatte sein erstes Buch eine Autobiographie werden sollen. Deimel wurde als Frau geboren, lebt nach vielen Operationen nun seit Jahren als Mann. „Dass ich früher auch die Perspektive eines Mädchens hatte, als Mädchen sozialisiert worden bin, hat große Vorteile. Ich kenne beide Sichtweisen, für einen Partnerschafts-Coach ist das ein Sechser im Lotto“, erklärt der Hattinger, der inzwischen vor allem in Köln wohnt.

Jedenfalls fühlte sich das Schreiben der Autobiographie plötzlich für ihn „nicht richtig an“. Die Liebesformel wollte raus.

Ja- oder Nein-Sager in Partnerschaften

Viel, was in Partnerschaften mitschwingt, seien Erfahrungen aus der Kindheit, die Menschen zu Ja- oder Nein-Sagern gemacht hätten: Auf dieser Erkenntnis baut Deimels Buch auf. „Oft treffen Ja- und Nein-Sager in einer Partnerschaft aufeinander, verstehen sich nicht, kämpfen gegeneinander, haben Erwartungen. Meist sieht sich ein Partner dann in der Opferrolle.“

Selbstliebe müssten Menschen lernen – und, dass man seine Sicht dem Gegenüber nicht überstülpen kann. „Da gilt eher: Mach’ Dich rar, werd’ zum Star.“ Gern demonstriert er die diversen Sichtweisen an einer Fernbedienung. „Der Ja-Sager sieht die Seite mit vielen Knöpfen, der Nein-Sager die glatte Rückseite.“

Eigene Bedürfnisse in der Beziehung erkennen

Zeit nehmen sollten sich Paare, sich fragen: „Was brauchst Du von mir in dieser oder jener Situation?“ Da gebe es manchmal für beide Seiten überraschende Antworten. Ja-Sager unterdrückten oft Gefühle und Wut, litten stumm, der Nein-Sager halte Emotionen von sich fern. Eigene Bedürfnisse gelte es besser zu erkennen, zu lernen, für sich einzustehen.

Den Begriff Beziehung mag Deimel nicht. „Das beinhaltet ja, dass jemand etwas von jemandem bezieht, man etwas tauscht. Es sollte aber eine Partnerschaft sein.“

Deimel bleibt in seinem Buch nicht nur theoretisch, sondern gibt Übungen mit an die Hand, schildert Situationen, hat Grafiken eingefügt. Für Jill Deimel persönlich geht seine Liebesformel jedenfalls gerade auf.

>>> Ausbildung von Jill Deimel

Jill Deimel ist Fitness- und Personaltrainer und -coach, psychologischer Berater. Er bietet Energy-Life-Balance und Anti-Stress-Massagen an, dazu Reiki und Quantum-Coaching.

Selbstständig gemacht hat er sich mit seiner „Agentur für Körper und Geist – Mind-Style.“ Infos gibt es auf der Seite www.jill-deimel.me, auch per E-Mail an info@jill-deimel.me

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