Schlagzeilen-Serie

Zahl der Kröten und Frösche verringert sich von Jahr zu Jahr

Michael Görler mit Helfern im März 2017. Tiere ließen sich damals nicht blicken. Es war zu kalt.

Michael Görler mit Helfern im März 2017. Tiere ließen sich damals nicht blicken. Es war zu kalt.

Foto: Bastian Haumann

hattingen.   Michael Görler ist seit 30 Jahren als Naturschützer aktiv. In diesen Tagen muss der Bau des Krötenzauns verschoben werden.

Wer Jahr für Jahr Tausende an Kröten, Molchen, Fröschen und Salamander in Eimern sammelt, um sie sicher über die Felderbachstraße zu bringen, der muss mit echter Leidenschaft ausgestattet sein. Michael Görler hat ein Herz für Amphibien. Und das schon seit Mitte der 1980er Jahre. Seitdem ist er Hattingens Gesicht für den Bund für Umwelt- und Naturschutz.

75 Prozent der Insekten ausgerottet

„Wir müssen etwas tun“, sagt der engagierte Naturschützer. „Denn 75 Prozent der Insekten sind bereits ausgerottet, da kann man wirklich Angst bekommen.“ Riskieren, dass noch mehr Tiere sterben, das will er nicht. Also ist in Kürze wieder für Wochen frühes Aufstehen angesagt. Eigentlich sollte der Schutzzaun jetzt aufgestellt werden, aber durch den Dauerfrost zurzeit ist das nicht machbar und verschoben worden. Denn der Zaun wird in die Erde gesetzt, damit Kröten sich nicht darunter durchbuddeln können.

Zwei Wiesen – insgesamt 3000 Quadratmeter – hat der Bund gepachtet und Teiche angelegt, in denen Amphibien laichen können. Aber die Felderbachstraße ist eine Gefahr für die Tiere. Also muss jedes Jahr erneut ein 300 Meter langer Zaun gesetzt werden. „Wenn die Tiere dort lang gehen, fallen sie in unsere in die Erde eingelassenen Eimer. Wir können sie morgens einsammeln und über die Straße tragen.“

Mehr Helfer sind nötig

Die Eimer sind unterschiedlich ausgestattet. Die für die Frösche haben einen Deckel, damit die Tiere nicht herausspringen. In den Sammeleimern befindet sich ein Schwamm für Feuchtigkeit und ein Stock, damit Mäuse wieder hinausklettern können. „1995, 96 und 97 haben wir jeweils 6500 Amphibien gesammelt. Jetzt sind es pro Jahr zwischen 2500 und 3000 Tiere.“ Jede Nacht machen sich außerdem zwei Studenten, mit Leuchtwesten ausgestattet, auf den Weg und sammeln Tiere von der Straße.

„Acht Personen sind kontinuierlich dabei, das sind eigentlich viel zu wenige. Wir könnten deutlich mehr Helfer gebrauchen“, sagt der Maler, Bildhauer und Umweltschützer Görler. Früher hatte er immer noch Unterstützung durch Schüler und Schülerinnen, die zum Beispiel halfen, die angemieteten Wiesen zu sensen. „Das ist jetzt aber aus Versicherungsgründen untersagt worden, weil ja etwas passieren könnte“, bedauert er.

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