Katastrophenschutz

App ‘Nina’ warnt Bürger nun auch vor Ort vor Gefahren

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Die Smartphone-App ‘Nina’ gibt es für Android und iOS zum Download.

Die Smartphone-App ‘Nina’ gibt es für Android und iOS zum Download.

Foto: Lutz von Staegmann

Heiligenhaus/Kreis Mettmann.   Die Smartphone-App ‘Nina’ ist die Sirene für die Hosentasche. Seit Dezember warnt sie Nutzer auch im Kreis Mettmann vor Katastrophen.

Wenn ‘Nina’ sich meldet, ist etwas passiert. Großbrand, giftige Rauchwolke oder aufkommendes Unwetter – mit der kostenlosen Warn-App ‘Nina’ können sich Smartphone-Nutzer schneller warnen und informieren lassen – jetzt auch in Heiligenhaus. Nordrhein-Westfalen nutzt das Angebot schon seit einiger Zeit und hat es nun auch auf die Region ausgeweitet.

Seit Dezember senden der Kreis Mettmann und die kreisangehörigen Städte Warnmeldungen für die Bevölkerung auf Mobiltelefone und liefern damit eine Art Sirene für die Hosentasche. ‘Nina’ steht für Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes. Nutzer können mit einem Blick aufs Smartphone wichtige Hinweise über unterschiedliche Gefahrenlagen per Push-Benachrichtigung erhalten. Möglich macht das die Anbindung der Kreisleitstelle an das Modulare Warnsystem „Mowas“ des Bundes. Betrieben wird es vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für bundesweite Warnungen des Zivilschutzes.

Ergänzung zu den Sirenen

Doch bevor das System im Kreisgebiet an den Start gehen konnte, musste die Technik installiert und die Mitarbeiter in der Kreisleitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst in die Bedienung eingewiesen werden. Richtig in Fahrt ist ‘Nina’ seither noch nicht gekommen. „Zum Glück“, sagt Mirko Braunheim, stellvertretender Kreisbrandmeister. Denn ‘Nina’ hat keine positiven Nachrichten im Gepäck.

In der Kreisleitstelle in Mettmann ist ein spezielles Terminal für ‘Nina’ platziert, das von den zehn geschulten Mitarbeitern bedient werden kann. „Das Terminal läuft über einen eigenen Satelliten“, erklärt Mirko Braunheim. Um sich vor Hacker-Angriffen zu schützen, unterliege es einem besonderen Schutz. Und um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können, haben die Kreisleitstelle und die örtlichen Feuerwehren Texte abgestimmt, die dann nur noch um einige Details ergänzt werden müssen. Als Beispiele nennt der stellvertretende Kreisbrandmeister Bombenfunde oder Geruchsbelästigungen durch Brände oder Schadstofffreisetzungen.

Mirko Braunheim sieht die Warn-App als Ergänzung zu den Möglichkeiten, die es bislang zur Warnung der Bevölkerung gibt. Längst nicht jede Stadt im Kreisgebiet habe derzeit die Möglichkeit, per Sirene zu warnen. Denn nicht alle Kommunen hätten nach Ende des Kalten Krieges die vorhandenen Sirenen des Bundes übernommen, mit denen Katastrophen- oder Luftalarm gegeben werden konnte. Schließlich müssen diese regelmäßig gewartet und getestet werden.

In Erkrath beispielsweise wurden alle Sirenen abgebaut. In Heiligenhaus sind aktuell noch elf digitale Sirenenanlagen im ganzen Stadtgebiet in Betrieb, mit ihnen werden bei umfangreichen Einsatzlagen die freiwilligen Kollegen alarmiert – und gleichzeitig auch die Anwohner gewarnt.

Smartphone-App „Nina“ ist kostenlos erhältlich

  • Nutzer können mit „Nina“ alle Warnmeldungen, die über das Modulare Warnsystem herausgegeben werden, Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen empfangen.
  • Außerdem wird die Bevölkerung über aktuelle Gefahren informiert, denn die Push-Funktion der App macht auf neue Warnungen aufmerksam. Verhaltenshinweise und allgemeine Notfalltipps von Experten helfen dabei, sich auf mögliche Gefahren vorzubereiten. In bestimmten Fällen wird zusätzlich ein Bürgertelefon geschaltet – auch darüber informiert Nina.
  • Die Warn-App „Nina“ kann für die Betriebssysteme iOS (ab Version 8.0) und Android (ab Version 4) genutzt werden. Die App ist kostenfrei erhältlich über iTunes und den Google Play Store.

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