Senioren

Heiligenhaus: Wiedersehensfreude mit Angehörigen

Die 87-jährige Irmgard Rauxloh (vorne) freut sich über den Besuch ihrer Tochter Kerstin Passenheim im Heiligenhauser Seniorenwohnheim St. Josef

Die 87-jährige Irmgard Rauxloh (vorne) freut sich über den Besuch ihrer Tochter Kerstin Passenheim im Heiligenhauser Seniorenwohnheim St. Josef

Foto: Caritas Mettmann

Heiligenhaus.  Seit knapp zwei Wochen sind auch Besuche St. Josef Seniorenheim in Heiligenhaus erlaubt. Die meisten Besucher halten sich an die Einschränkungen.

Mehr als sechs Wochen waren Bewohner von Altenheimen weitestgehend isoliert von Ihren Angehörigen. Durch die Verordnung des Ministeriums unmittelbar vor dem 10. Mai 2020 sind Besuche nun seit fast zwei Wochen wieder möglich – so auch im Caritas - Seniorenwohnheim St. Josef in Heiligenhaus

„Fenstern“ war schon früh möglich

Die Freude sei beidseitig teils unbändig, teilt Pflegedienstleiterin Susanne Kahle-Blum mit, allerdings habe es schon Wochen zuvor die Möglichkeit des „Fensterns“ gegeben. „Angehörige konnten durch offene Fenster Kontakt mit ihren Liebsten aufnehmen und persönliche Gespräche führen und dies nicht nur, wie vorher, digital über Skype oder Wire mit Tablets des Hauses. Jedoch hat sich bei den schwerhörigen Bewohnern die Kommunikation teils etwas schwierig gestaltet.“

Ärger über Berichterstattung der Regierung

Die Verantwortlichen das Caritas-Seniorenzentrums ärgerten sich allerdings ein wenig, dass durch Medienberichte der Regierung häufig der Eindruck erweckt worden sei, die Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen wären während des Lockdowns komplett isoliert gewesen.

Fast schon zuviel Angebote

„Wir haben unsere Angebote seit den Besuchsverboten erheblich verstärkt“, informiert Susanne Kahle-Blum, „es hat mehrere Konzerte vor dem Eingang gegeben, ein Pärchen hat hier Schlager gesungen, Pastor Nuszer hat durch die Sprechanlage zu den Bewohnern gesprochen, es kamen unendlich viele Briefe und Postkarten an, die Kinder der Tagespflege, die uns sonst regelmäßig besuchen, haben gemalte, bunte Händchen verschenkt und vieles mehr.“ Ein Bewohner habe schon signalisiert, er könne jetzt mal wieder etwas mehr Ruhe gebrauchen, fügt Susanne Kahle-Blum augenzwinkernd an. Und Gabi Hühne, Leiterin Soziale Dienste, ergänzt: ,Zu Muttertag hat es ein buntes Programm in den einzelnen Wohnbereichen gegeben. Zwar wäre Besuch ja da schon wieder erlaubt gewesen, aber so schnell konnten wir die Vorschriften nicht umsetzen.“

Persönlicher Besuch durch nichts zu ersetzen

Und doch ist natürlich allen Beteiligten klar: Selbst intensivste Bemühungen können persönliche Begegnungen mit den Angehörigen nicht ersetzen. Umso größer ist nun die Wiedersehensfreude, wenn auch auf Distanz. „Wir haben das große Glück, dass die allermeisten Angehörigen, die zu Besuch kommen, sehr viel Verständnis für die Situation mitbringen und sehr vorsichtig sind“, resümiert Gabi Hühne.

Ein Dank an alle Mitarbeiter

Als kleines „Dankeschön“ für die für die tolle engagierte Arbeit, die erhöhte persönliche Quarantäne und vieles mehr, wurden den Mitarbeitern übrigens unlängst T-Shirts mit dem Aufdruck „Nicht alle Superhelden tragen einen Umhang“ überreicht. „Die tolle Arbeit der Kolleginnen und Kollegen können wir nicht genug hervorheben. Alle, die hier tätig sind, sind sich ihrer Verantwortung den hier lebenden Menschen gegenüber stets bewusst gewesen und haben auch Einschränkungen in ihrem privaten Umfeld klaglos hingenommen, „schwärmt Roland Spazier über sein Team.

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