Gericht

Zeugen sagen im mutmaßlichen Kindesmissbrauchs-Prozess aus

   

   

Foto: Dirk Lotze

Wuppertal/Heiligenhaus.  Heiligenhauser (55) soll siebenjährigen Sohn eines Bekannten unsittlich angefasst haben. Urteil für nächste Woche erwartet.

Im Prozess um mutmaßlichen Missbrauch eines Kindes in Heiligenhaus haben die Richter weitere Zeugen und Gutachter gehört. Eine Psychologin untermauerte im Landgericht Wuppertal die belastende Aussage des Jungen, der zur mutmaßlichen Tatzeit im Oktober 2016 sieben Jahre alt war.

Der Verteidiger des 55 Jahre alten Angeklagten fragte im bitteren Ton nach: „Gibt es denn irgendwelche Anhaltspunkte dafür, dass der Junge das nicht so erlebt hat, wie er berichtet hat? Oder dass er es nicht so verkaufen wollte, wie es aufgenommen wurde?“ Nein, war die Antwort der Expertin. Die habe sie aus psychologischer Sicht nicht.

Neunjährige hat nun keinen Kontakt zum Vater mehr

Laut Anklage soll der 55-jährige Handwerker sein mutmaßliches Opfer in der Küche seiner Wohnung in der Unterstadt auf den Schoß gezogen haben. Dort habe er an dem Jungen sexuelle Handlungen vorgenommen. Der Siebenjährige habe seinen getrennt lebenden Vater besucht, der vorübergehend beim Angeklagten gelebt habe. Mitbekommen habe der Vater nichts. Laut Gericht sagte der Junge in seiner nichtöffentlichen Aussage, der Angeklagte habe sein Schweigen verlangt und gedroht: Er mache es nochmal. Der Angeklagte wurde früher wegen Übergriffen auf Kinder verurteilt. Er muss damit rechnen, dass die Richter gegen ihn Sicherungsverwahrung auf unbestimmte Zeit anordnen.

Der Neunjährige spüre die Auswirkungen der mutmaßlichen Tat deutlich, so die Psychologin. Er habe seit keinen Kontakt mehr zum Vater: „Darunter leidet er mehr, als unter dem Geschehen selbst. Er ist ein trauriger Junge.“ Soweit es in Prozessen auf Kinder ankommt, ziehen die Gerichte Fachleute hinzu. Der Prozess wird nächste Woche fortgesetzt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben