Bürgermeinung

400 Ideen für die Stadtentwicklung

Auf www.plan-portal.de/hemer werden Ideen für das  Stadtentwicklungskonzept

Foto: Privat

Auf www.plan-portal.de/hemer werden Ideen für das Stadtentwicklungskonzept Foto: Privat

Hemer.   Am Samstag endet die Online-Beteiligung für das Stadtentwicklungskonzept. Vor allem der Verkehr beschäftigt die Bürger. Mehr Spielplätze und Radwege wurden angeregt.

Die Zahl 400 dürfte im Endspurt sicherlich noch überschritten werden. Bis einschließlich Samstag können die Hemeraner noch ihre Ideen für die Stadtentwicklung im Internet äußern. Das bunte Sammelsurium an Ortsfähnchen verdeutlicht schon auf der Startseite von plan-portal die große Resonanz: Bis Donnerstag sind 395 Ideen für 289 Orte eingegangen. „Die Beteiligung ist rekordverdächtig“, hatte Stadtplaner Alfred Körbel bereits bei den letzten Stadtteilwerkstätten bilanziert.

Dominiert wird die Karte nicht nur im Stadtzentrum von über 150 roten Fähnchen, die sich auf den Straßenverkehr beziehen. Auch in den sieben Bürgerforen dominierten Klagen über kaputte Straßen, gefährliche Überwege, Staus und fehlende Parkplätze oder Radwege. Bürger regen konkrete Tempolimits, neue Kreisverkehre und Verbote für Lastwagen an. Eine Umgehungsstraße durch den Duloh wird in verschiedensten Varianten genannt. Aber auch ein Mietrad-System für eine fahrradfreundliche Stadt, Carsharing oder Straßenpaten werden aufgelistet. Manche ungewöhnliche Idee wie kreative Plakate am Straßenrand mit Aufschriften wie „Helft Rasern – Spendet Hirn“ sind zu finden.

Bauland ausweisen und Industriebrachen beseitigen

Die Ausweisung von Bauland in den Ortsteilen ist ein Thema im Bereich Wohnen. Die Stadt soll Industriebrachen sanieren und seit langem leer stehende Immobilien aufkaufen, um Neubauten zu ermöglichen. Breitbandausbau und bessere Beleuchtung sind weitere Anregungen. Die Leerstände in der Innenstadt sind im Bereich Einzelhandel auffällig. Bürger regen ein Start- oder Pop-up-Projekt für Neugründer an, um wieder Leben in die Geschäftslokale zu bringen. Die wieder für den Autoverkehr gesperrte Hauptstraße als Gastronomie-Meile ist eine weitere Idee. Das Thema Wasser für das Marketing zu nutzen, empfiehlt eine Bürgerin. Dazu würden die vielen Armaturenhersteller, das Felsenmeer, das „blaue Band“ und der Hemer-Bach bereits passen.

Beim Thema Gemeinschaft bemängeln Hemeraner fehlende Spielplätze oder den Zustand oder die Größe vorhandener. Seniorengerechte Wohnungen oder alternative Wohnformen sowie Dorfgemeinschaftshäuser sollen die Begegnung ermöglichen. Angeregt werden auch Grillhütte, Minigolfanlage oder ein Indoor-Spielplatz. In verschiedenen Bereichen wird der Erhalt des Hallenbades gefordert.

Sehenswürdigkeitenbesser präsentieren

Recht zahlreich sind auch die Beiträge im Bereich Kultur. So könnte die Stadtbücherei zu einem außerschulischen Lernort ausgebaut werden. Musikschule oder VHS könnten auch in den Ortsteilen Angebote machen. Sehenswürdigkeiten sollten besser in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das Potenzial des vernachlässigten Friedensparks soll genutzt werden.

Gegen eine weitere Zersiedelung der Landschaft und für den Erhalt von Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten sprechen sich Bürger beim Thema Landschaft aus. Auch rund um das Felsenmeer sollten Felder und Wiesen erhalten bleiben. Zusätzliche Wanderwege und Wanderparkplätze zählen zu den Anregungen. „Kann der gesperrte Steinbruchsee touristisch genutzt werden?“, fragte eine Bürgerin.

Bis einschließlich Samstag, 30. Dezember, können Bürger noch unter www.plan-portal.de/hemer ihre Ideen einbringen. Anschließend geht es durch das beauftragte Planbüro an die Auswertung, um im Frühjahr die Stärken-Schwächen-Analyse und erste Konzepte wieder öffentlich zur Diskussion zu stellen.

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