Stadtbild

Altes Amtshaus: Sanierung mit 111 Jahre alten Aussparungen

Das Alte Amtshaus soll zum Begegnungs- und Integrationszentrum werden.

Das Alte Amtshaus soll zum Begegnungs- und Integrationszentrum werden.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Bald steht das Alte Amtshaus bereit für den Fachdienst Integration und zahlreiche Vereine und Interessensgruppen.

Seit 2015 steht das Alte Amtshaus leer. Bald sollen sich die alten Gemäuer aber wieder mit Leben füllen. In das dritte Obergeschoss zieht der Fachdienst Integration und Soziales. Die weiteren Räumlichkeiten sollen vor allem gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung stehen. Architekt Thomas Kaldewey hat am Mittwochabend Vertreter aus Politik und Verwaltung durch die neu renovierten Amtsstuben geführt. Dabei ist sowohl Altes als auch Neues zu erkennen gewesen.

Besonders die Innenräume sind in einem professionellen Weiß gehalten und mit modernen schlichten Möbeln ausgestattet. Immer wieder sind aber auch Spuren aus der Vergangenheit des mittlerweile 111 Jahre alten Gebäudes zu erkennen. Dafür hat Architekt Thomas Kaldewey gesorgt. „Mit jeder Schicht, die wir abgetragen haben, haben wir auch sehr viel Charakter gefunden“, sagt er.

Farben des Treppenhausesorientieren sich an alter Zeit

Neben den neuen Tapeten und der frischen Farbe gibt es immer wieder kleine Freistellen. Kaldewey hat dort Schicht für Schicht die Tapeten abgetragen, bis der ursprüngliche Belag aus der Zeit der Entstehung des Amtshauses blass hervorlugt. Manchmal sind diese „Flecken“ aus der alten Zeit ein wenig versteckt in Zwischenräumen oder unterhalb der Decke zu erkennen. Teilweise nehmen sie aber auch fast ganze Wände ein, wie es zum Beispiel in der Küche im oberen Stockwerk der Fall ist.

Aber auch das Treppenhaus erinnert an die Zeit, in der die Amtsverwaltung an der Kreuzung Hönnetalstraße und Hauptstraße noch schaltete und waltete. Neben weiß bestimmen Ocker- und Rottöne das Treppenhaus. „Das waren auch die Farben, die damals im Treppenhaus waren“, erklärt Kaldewey. Zudem sind die alten Mosaikfenster noch erhalten.

Ganz anders sieht es wiederum am Fahrstuhl im Obergeschoss aus. Dort lassen breite Fenster mit modernem Design viel Licht in den Flur und sorgen für einen schönen Ausblick in Richtung Westig.

„Dieses Haus soll eine Begegnungsstätte für alle Hemeraner sein“, sagt Bürgermeister Michael Heilmann und meint damit, dass die Integration von Flüchtlingen und anderer Migranten nicht der einzige Zweck des Gebäudes sein soll.

Neben dem Fachdienst Integration und Soziales sollen unter anderem auch die Pflege-, Schuldner- und Frauenberatung und die Flüchtlingsberatung der AWO einen Platz im Alten Amtshaus finden. Ebenso die CariTasche und die Frühe Hilfen „Fit für Familie“ der Stadt. Auch der Hospizverein und das Netzwerk Demenz erhalten Räume, die sie regelmäßig nutzen können.

Offen stehen soll das Haus ebenfalls Vereinen und Interessengruppen, die die Räume unter anderem für Schulungen, Seminare, Treffen oder Ähnliches verwenden können. Integrationsbeauftragter Daniel Braun erklärt: „Es wird ein System geben, das die Buchung regelt.“ Das werde aber noch ein wenig dauern. In rund einer Woche beginnt der Fachdienst Integration mit dem Umzug in das Gebäude. Im September plant die Verwaltung einen Tag der offenen Tür, damit sich Interessierte auch mal im Gebäude umsehen können.

Fördergelder haben Sanierung möglich gemacht

Möglich ist die Umgestaltung des Alten Amtshaus in ein „Integrations- und Begegnungszentrum“ nur durch Fördergelder gewesen. Insgesamt schlägt die Innensanierung mit 1,6 Millionen Euro zu Buche. Eine Förderung durch die alte Landesregierung steuerte rund 760.000 Euro dazu, setzte die Stadt aber auch unter Druck. „Das war unglaublich knapp. Im Dezember 2018 hätte es abgeschlossen sein müssen. Ansonsten hätten wir die Förderung nicht bekommen“, sagt Michael Heilmann.

Zum Glück für die Stadt wurde die Frist aber verlängert, weswegen alle Termine eingehalten werden konnten. „Von außen müssen wir da aber noch einmal ran“, betont der Technische Beigeordnete Christian Schweitzer. Noch rund 650.000 Euro müsse die Stadt für die Außensanierung aufwenden. „Das Gebäude wird die Stadt Hemer für die nächsten 30, 40 Jahre prägen“, begründet Schweitzer diese Investition.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben