Hemer. Vertreter aus den Fraktionen sollen laut FDP den Neubau des Hemeraner Hallenbades politisch begleiten.

Mit einem Investitionsvolumen von ursprünglich beschlossenen 11,5 Millionen Euro ist der Neubau des Hallenbades das aktuell größte Bauprojekt der Stadt. Im vergangenen Betriebsausschuss hat die Verwaltung jedoch bekannt gegeben, dass der Kostenrahmen nicht eingehalten werden kann und sich der Zeitplan nach hinten verschoben hat. Die FDP beantragt deswegen, eine „Baubegleitende Kommission Hallenbad“ zu gründen. Diese soll aus Vertretern der Ratsfraktionen bestehen, den Planungs- und Bauprozess des neuen Hallenbades aus Sicht der Politik begleiten und so eine schnelle Kommunikation in die Fraktionen sicherstellen.

Aktuell explodieren die Baupreise, vor allem durch die gestiegenen Materialkosten, schildert die Fraktion die Ausführungen von Bürgermeister Christian Schweitzer in der vergangenen Ratssitzung: Im Mai verteuerten sich die Erzeugerpreise bei Konstruktionsvollholz um 83,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat; Dachlatten waren um 45,7 Prozent und Bauholz um 38,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Preistreibend auf den Baustellen wirken sich auch die gestiegenen Ölpreise aus: Bitumen auf Erdölbasis, das unter anderem zur Abdichtung von Dächern, Gebäuden und Fundamenten gegen das Eindringen von Wasser verwendet wird, verteuerte sich im Mai um 63,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Hinzu kommen auch die gestiegenen Stahlpreise: Betonstahl in Stäben war im Mai um 44,3 Prozent teurer, Betonstahlmatten kosteten 30,4 Prozent mehr, so die Ausführungen. Baupreis-Steigerungen von drei Millionen Euro seien durchaus realistisch.

Verwaltung kann Infos schnell an Politik weitergeben

„Natürlich soll man die Grundsatzentscheidung für ein Hallenbad nicht in Frage stellen“, schreibt die Fraktion. Es sei aus Sicht der FDP dringend angezeigt, gemeinsam zu überlegen, ob und wie es zum jetzigen Planungsstand noch Möglichkeiten gibt, die Kosten an der ein oder anderen Stelle zu reduzieren, zum Beispiel bei den Außenanlagen. „Außerdem werden während der Bauphase sicherlich noch etliche (kleinere) Entscheidungen zu treffen sein. Die hier vorgeschlagene Kommission bietet ein Format, mit der die Verwaltung Informationen schnell an die Politik geben und unbürokratisch ein Diskussionsprozess ermöglichen kann“, so die Fraktion in der Begründung zum Antrag. Dies sei in Ausschusssitzungen schon wegen der zeitlichen Tagungsfolge und dem administrativen Aufwand so nicht möglich.

Die „Baubegleitende Kommission Hallenbad“ soll laut der FDP mit je einem Vertreter aller Fraktionen besetzt sein, wobei die beiden größten Fraktionen jeweils zwei Personen stellen sollen. Als „guten Vorschlag“ für die weitere Begleitung des Projektes hat Bürgermeister Christian Schweitzer den Antrag bereits begrüßt.