Hemer. Die Stadtklinik Hemer verfügt nun über eine neue Narkose-Technik. Chefarzt Dr. med. Marcus Hintz erklärt die Vorteile für die Patienten.

Eine innovative Technik zur Messung der Narkosetiefe wurde nun in der Stadtklinik Hemer eingeführt. Wie tief sich ein Patient durch anästhetische Mittel in der Narkose befindet, ist wichtig zu erfahren, damit die Dosis der verwendeten Medikamente weder zu hoch, noch zu niedrig ist. So können die „intraoperative Wachheit“ bei einer zu geringen Menge oder negative Folgen durch eine unnötig hohe Menge des Anästhetikums verhindert werden.

„Nach umfangreichen und längeren chirurgischen Eingriffen besteht das Risiko einer seltenen, jedoch potenziell gefährlichen akuten Fehlfunktion des Gehirns, wie zum Beispiel dem sogenannten postoperativen Durchgangssyndrom mit einhergehender Verwirrtheit bis hin zu leichten kognitiven Gedächtniseinschränkungen. Insbesondere ältere Patienten sind hiervon besonders betroffen“, beschreibt Dr. Marcus Hintz, Chefarzt der Anästhesie, die möglichen Risiken. Traditionell wurde die Narkosetiefe anhand der Dosierung von Narkosemitteln sowie der Messung von Blutdruck und Herzfrequenz überwacht.

Patienten sind nach Narkose wieder schneller auf den Beinen

In den vergangenen Jahren haben es technologische Fortschritte ermöglicht, dass die Narkosetiefe anhand von Messungen der Gehirnströme mittels der Ableitung über EKG-Elektroden überwacht werden kann. „In unserer Stadtklinik ist ab sofort jedes Narkosegerät mit einem Apparat der neuesten Generation zur präzisen Messung der Narkosetiefe ausgestattet“, präsentiert der erfahrene Facharzt für Anästhesie, Spezielle Intensivmedizin und Notfallmedizin das neue Überwachungsgerät. Der Mediziner betont, dass dies einen bedeutenden Schritt zur individuellen und bestmöglich dosierten Narkose darstelle, insbesondere für die ältere Patientengeneration.

Das Team um Dr. med. Marcus Hintz (Mitte), Svetlana Klundt und Klaudia Saba (re.) freut sich über die neue Überwachungstechnik.  
Das Team um Dr. med. Marcus Hintz (Mitte), Svetlana Klundt und Klaudia Saba (re.) freut sich über die neue Überwachungstechnik.   © DGD Stadtklinik | Anja Haak

Die präzise Überwachung habe nicht nur positiven Einfluss auf die Qualität der Narkose während der Operation (perioperativ), sondern verkürze auch die Aufwachphase erheblich. Dr. Hintz erklärt: „Unsere Patientinnen und Patienten sind einfach schneller wieder auf den Beinen. Die Sorge vor der sehr selten auftretenden Wachheit während der Narkose, vor der doch viele Patienten Angst haben, kann durch diese Messung nahezu vermieden werden.“

Mehr aus Iserlohn, Hemer und Letmathe