Konzertwochenende

Auf der Bühne mit Revolverheld

Mit viel Gefühl und Tiefenentspannung singt Revolverheld-Frontmann Johannes Strate auf der Grohe-Bühne Hits wie „Das kann uns keiner nehmen“ und „Halt dich an mir fest“.

Mit viel Gefühl und Tiefenentspannung singt Revolverheld-Frontmann Johannes Strate auf der Grohe-Bühne Hits wie „Das kann uns keiner nehmen“ und „Halt dich an mir fest“.

Foto: Wolfgang Meutsch

Hemer.  Beim Konzert der Hamburger Band konnten Fans mit auf die Bühne. Technische Probleme trübten aber das Erlebnis.

Die vier Rocker von Revolverheld sind eigentlich nicht mehr von der Radiolandschaft wegzudenken. Hits wie „Halt dich an mir fest“ und „Das kann uns keiner nehmen“ sind Dauerbrenner, die immer wieder gerne gespielt werden. Am Freitag konnten die Hemeraner und viele Gäste von außerhalb die Hamburger live im Sauerlandpark erleben. Einige von ihnen sogar ganz nah an der Band. Allerdings trübten auch technische Ausfälle das Erlebnis.

Die Bühne ist dunkel, Synthy-Klänge ertönen im Gleichklang – und plötzlich stehen die vier Band-Mitglieder – Johannes, Kristoffer, Niels und Jakob – mit Trommeln auf der Grohe-Bühne. Mit taktvollen Schlägen bauen sie Stimmung für den Anfang des Konzertes auf, der mit einem Knall aus der Konfetti-Maschine seinen Höhepunkt findet. Weiße Streifen fliegen über die Köpfe der Zuschauer und regnen, langsam wie Schnee, wieder auf sie herunter.

Band erzählt scherzhaft von Anfängen im Proberaum

Danach beginnt das Lied „So wie jetzt“ – langsam, gefühlvoll, entspannt. Eine Stimmung, die sich nahezu durch das ganze Konzert zieht. Kein Rock ’n’ Roll, sondern musikalische Ruhe und bekannte Hits. Wie im Radio, nur eben vor einer riesigen Bühne.

Den Song „Freunde bleiben“, der ein wenig mehr „Power“ in die Performance der Musiker bringt, kündigt Sänger Johannes Strate mit „Diesen Song spielen wir schon seit 16 Jahren“ an. Er erzählt scherzhaft über die Anfänge der Band in einem Hamburger Proberaum, als Schlagzeuger Jakob Sinn „nur Klanghölzer“ und er als Sänger „nur eine Banane“ zur Verfügung hatte. Die Einleitung rundet Strate dann mit einem absichtlich falsch erzählten „Fritzchen-Witz“ ab und startet dann in die Nummer. Das Publikum wippt mit den Armen hin und her – es kommt Stimmung auf.

Nach mehreren weiteren Songs platziert die Security kleine Polster auf die Bühne. Sänger Johannes Strate lädt rund 20 Zuschauer – zum größten Teil junge Mädchen und Frauen – nach oben zu der Band ein. Sie können „wie im Wohnzimmer“ Platz nehmen und die Band hautnah erleben. Als alle Platz genommen haben, ertönt „Spinner“ – ein Lied, dass die positive Verrücktheit und Individualität zum Ausdruck bringt.

Dies nimmt eine der Damen zum Anlass, mit wippenden Armen am vorderen Teil der Bühne zu tanzen. Nach wenigen Sekunden wird sie jedoch von der Security gebeten, wieder hinten Platz zu nehmen.

Zwischendurch lädt die Band auch ihre Vorband Bruckner für das Lied „Sommer in Schweden“ auf die Grohe-Bühne. Allerdings beginnen da auch die technischen Probleme. Das Mikrofon von Sänger Jakob Bruckner ist zwischenzeitlich kaum noch zu hören, die Monitore verschwimmen zwischenzeitlich. Auch später gibt es noch Ausfälle in der Ton- und Bühnentechnik. Die Musiker wägen nach weiteren technischen Problemen sogar ab, eine 15-minütige Pause einzulegen, um das Problem zu beheben. Nach nur einer kurzen Unterbrechung spielen die Musiker weiter. Am Ende des Konzerts geben sie eine Extra-Zugabe – wegen dieser Schwierigkeiten.

Mirko Heintz, Pressesprecher des Sauerlandparks, erklärt auf Nachfrage, dass es bei den Probeläufen keine Probleme gegeben habe. In einem Facebook-Kommentar auf der Seite des Sauerlandparks entschuldigt sich der Veranstalter für die Probleme. „Zehn Jahre Konzerte, aber so einen solchen Abend haben auch wir noch nicht erlebt“, heißt es da. Ein derartiger technischer Defekt ereigne sich einmal in 10.000 Fällen.

Gegen Ende des Konzertes sorgt die Band noch einmal für Gänsehautmomente. Beim Lied „darf ich bitten“ bittet Frontmann Johannes Strate das Publikum, sich auf den Boden zu setzen und nach einer Ansage wieder aufzustehen. 7000 Menschen knien sich auf den Boden und springen wie eine Person hoch und heben die Arme.

Beim Lied „Liebe auf Distanz“ geht die Band sogar in die Zuschauerreihen. Mitten auf den Himmelsspiegel setzen sie ihr Konzert in den Menschenmassen fort. Als letzter steigt Sänger Johannes Strate herunter und „badet“ in den Massen. Ein hochemotionaler Moment für viele Zuschauer. Einen weiteren Höhepunkt stellten die großen bunten Ballons mit sicherlich einem Meter Durchmesser dar, die über den Köpfen der Zuschauer kreisten, von ihnen abgestoßen wurden und wieder nach oben segelten.

Am Ende ihres Auftrittes kündigen die Musiker von Revolverheld an, dass sie wieder nach Hemer zurückkommen – trotz der technischen Probleme.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben