Drogenberatung

Auf die Drobs warten viele neue Aufgaben

DROBS-Mitgliederversammlung in Hemer

DROBS-Mitgliederversammlung in Hemer

Foto: Carmen Ahlers

Hemer/Iserlohn.  Versammlung der Drogenberatung in Hemer macht deutlich, dass dringend ein neues Domizil gefunden werden muss.

Bei der anonymen Drogenberatungsstelle (Drobs) ist einiges im Umbruch – das wurde bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag im Hemeraner Rathaus deutlich. Turnusgemäß fand die Versammlung dieses Mal in der Felsenmeerstadt statt, wenn auch nicht mit sehr großer Beteiligung. Die Themen – interessant und von großer Bedeutung, denn neben der Suche nach einer neuen Immobilie (wir berichteten in unserer Donnerstagsausgabe) stehen für die Mitarbeiter der Drogenberatungsstelle viele andere Aufgaben an.

Umzug der Beratungsstelleist dringend erforderlich

Einen großen Raum nahm der dringend erforderliche Umzug ein. Jenny Fisch, stellvertretende Drobs-Geschäftsführerin, zeigte anhand aktueller Fotos die Probleme auf, mit denen Mitarbeiter der Beratungsstelle am Dicken Turm als auch Klienten tagtäglich zu kämpfen haben. „Und eine Anonymität ist auch nicht mehr wirklich gegeben“, betonte sie. Dort müsse kurzfristig eine Lösung her, um bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen, von denen alle etwas haben.

Die Drogenberatungsstelle finanziert sich unter anderem durch die Mitgliedsbeiträge der 14 Kommunen. Die Beiträge der Städte bleiben stabil, es ist auf Grund einer soliden Haushaltslage keine Erhöhung zu erwarten – es sei denn, die Einwohnerzahl verändert sich stark.

Ein großes Thema ist aktuell auch die Digitalisierung, verbunden mit der Frage, wie man die so genannte Generation Z (Jahrgang 1995 und jünger) erreichen kann. Die jungen Klienten lesen in den seltensten Fällen eine Tageszeitung, und holen sich sämtliche Informationen aus dem Internet. Ein Handlungsschwerpunkt im kommenden Jahr wird zudem der Bereich „Sucht und Alter“ sein, denn die Zahl der älteren Klienten der Drobs nimmt zu.

Die Drobs-Mitarbeiter nehmen zudem besorgniserregende Entwicklungen in der Drogenszene wahr. So wird unter anderem zu Ketamin gegriffen, das eigentlich ein Narkosemittel ist, aber auch bei der Behandlung von Depressionen verstärkt eingesetzt wird. Auch Fentanyl-Pflaster seien sehr begehrt, denn der Wirkstoff gegen Schmerzen sei einhundert Mal stärker als Morphin, sagte Geschäftsführer Stefan Tertel.

Hemer übernimmteine Vorbildfunktion

In Sachen Suchtprävention an Schulen übernimmt Hemer eine Vorbildfunktion. Unter anderem wird der Alkoholparcours mit großen Aufwand organisiert, den alle weiterführenden Schulen durchlaufen. „Wenn sich ein Lehrer kurz vor den Sommerferien meldet und fragt, ob wir nicht mal einen Tag vorbeikommen wollen, finden wir das nicht so gut. Wir wollen kein Lückenbüßer sein“, betonte Tertel.

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