Autorenlesung

Auf spannender Spurensuche mit „Finisterre“

Autorenlesung Klaus Carst

Foto: IKZ

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Hemer.  Die Besucher im Buchladen am neuen Markt rückten etwas näher zusammen: Einschließlich des berühmten letzten Platzes war die Lesung von Claus Karst ausverkauft. Nicht selbstverständlich, wenn es nach dem heimischen Autor geht: „Es freut mich, dass in Hemer heute Kultur eingezogen ist, ich hätte nämlich gedacht, für Literatur interessiert sich hier niemand mehr“.

Sich selbst bezeichnet der gebürtige Essener eher als einen „Geschichtenerzähler“. Seine Lesung begann er darum auch mit einer kurzen Erzählung über „Goran, den Geiger“. In Erinnerung an einen alten Schulfreund entstand die Geschichte über einen Mann aus dem „fahrenden Volk“, dessen kostbarstes Gut das eigene Musikinstrument ist.

Oft führen die Spuren in Karsts Erzählungen zurück in die Zeit des Nationalsozialismus. So auch in seinem früheren Roman „Treffpunkt Hexeneiche“, aus dem er einige Passagen vortrug. Am spannendsten für die Zuhörer sollte aber wohl die Leseprobe aus dem aktuellen Roman des Hemeraners werden: Auf der Grundlage einer 60-seitigen Erzählung strickte Karst einen fünfmal so dicken Roman mit dem Titel „Finisterre“, der kurz vor Weihnachten auf den Markt kam.

„Das geht natürlich auch“, bemerkt Karst, der eigentlich ein Liebhaber kürzerer Erzählformen ist. „Ich lese auch viel vor dem Einschlafen“, ließ er seine Zuhörer wissen, „da freue ich mich, wenn eine Geschichte am Abend auch einen Abschluss hat.“ Das Problem: die meisten Verlage drucken keine Kurzgeschichten ab, sondern verlangen im wahrsten Sinne des Wortes „ganze Romane“.

Finisterre ist also eine wahre „Spurensuche“, wie der Untertitel bereits verrät, bei der Urlauber spurlos verschwinden und tiefe Geheimnisse aufgedeckt werden. Gespannt lauschten die Besucher im Buchladen dem Autor und zeigten sich sichtlich angetan von der Art und Weise des Vortrags und der Atmosphäre.

Auch Silke Schulenburg, Inhaberin des Buchladens, war von dem großen Andrang natürlich begeistert: „Wir arbeiten im Moment an einer Umstrukturierung des Ladens, damit in Zukunft noch besser Lesungen abgehalten werden können.“ Bei diesen Änderungsplänen soll das Angebot auch an die Hemeraner Bürger angepasst und durch Umfragen optimiert werden. Claus Karst selbst denkt bereits über eine Wiederholung der Lesung nach, dann vielleicht mit einigen Autorenkollegen.

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