Drogenhandel

Aus finanzieller Not und Naivität auf schiefe Bahn geraten

Symbolbild.

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Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Hemer.  Zwei Jahre auf Bewährung lautet das Urteil gegen einen 48-jährigen Hemeraner, der Marihuanapflanzen gepflanzt und den Ertrag verkauft hat.

Ein 48-jähriger Mann aus Hemer musste sich am Dienstag wegen Drogenhandels vor der großen Strafkammer in Hagen verantworten. Er hat von März 2017 bis März 2018 im Keller des von ihm und seiner Familie bewohnten Hauses in Hemer circa 150 Marihuanapflanzen angebaut und die jeweiligen Ernteerträge verkauft. Bei einer Hausdurchsuchung am 21. März haben die Polizeibeamten die Pflanzen sichergestellt, die zu einem weiteren Ernteertrag von 3,5 kg geführt hätten.

Der Hemeraner hat sein Leben lang als Schleifer in verschiedenen Firmen gearbeitet. Nach einer zweiten Rückenoperation geriet der Angeklagte in die Arbeitslosigkeit. Der 48-Jährige lebt mit seiner zweiten Ehefrau und seiner dreijährigen Enkeltochter, die er als Pflegekind aufgenommen hat, in einer Doppelhaushälfte. Das Haus hatte er von seiner verstorbenen Mutter geerbt, auf dem Haus lasteten noch 55.000 Euro Schulden, die er monatlich abbezahlen musste.

Anfang 2017 sei er in Geldnot geraten, ein alter Bekannter hatte ihm erklärt, dass man mit dem Verkauf von Marihuana zu Geld kommen könne. Zunächst habe der Angeklagte den Vorschlag abgelehnt. „Das war einfach nicht mein Ding“, so der Hemeraner. Er probierte es dann dennoch aus. Die Anleitungen dazu habe er im Internet gefunden. Zunächst begann er mit einer kleinen Anlage von circa 60 bis 70 Pflanzen, der erste Erntebetrag betrug 1,2 Kilogramm. Nach jeder Ernte rüstete er seine Plantage auf, durch die Beleuchtung stieg dadurch auch sein Stromverbrauch auf 24.000 Kilowattstunden und lag damit vierfach über dem Normalverbrauch. Die vierstellige Summe der Nachzahlung zahlte er dem Stromanbieter bar aus.

Hemeraner zeigte sich kooperationsbereit

Ende 2017 hatte die Polizei Hinweise erhalten, die zu der besagten Hausdurchsuchung im März führten. Der Angeklagte war sofort geständig und gab in der Verhandlung zu verstehen, dass es „eine riesen Dummheit“ gewesen sei und er den Anbau der Marihuanaplantage heute bereut. Er selbst habe in seinem Leben noch keine Drogen genommen und könne daher auch nicht die Qualität seines angebauten Marihuanas beurteilen. Zudem verkaufte er das Marihuana nicht selbst, ein Bekannter vermittelte ihm einen Abnehmer, der den Vertrieb übernahm. Im Verhör mit der Polizei verhielt er sich kooperativ und nannte den Namen seines Abnehmers.

Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zieht nach dem Gesetz im Regelfall eine Freiheitsstrafe von ein bis 15 Jahren nach sich. Da der Angeklagte aber keine Vorstrafen hatte und sich kooperativ zeigte, erhielt er eine Strafmilderung von 2 Jahren auf Bewährung.

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