Aus für Bahnstrecke: Radweg soll Trasse sichern

Foto: IKZ

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Hemer. Totgesagte leben bekanntlich länger: Für Hemers Bahnstrecke galt dies schon einige Mal, doch nun scheint ihr letztes Stündlein zu schlagen. Der Rat soll im Dezember die Stillegung vorantreiben und die Weichen für einen Radweg stellen.

Bereits im März hatten die Eisenbahnfreunde offiziell Abschied von der 125 Jahre alten Bahnstrecke Hemer-Menden genommen, denn ab April sollte der Schienenstrang stillgelegt werden. Das wurde er auch durch das Eisenbahnbundesamt, aber die Stadt pachtete die Bahnflächen für die Holzverladung. Seither rollen die Güterzüge, um tausende Festmeter Sturmholz in die Welt zu transportieren. Zum 31. Mai ist die Bahnverladung gekündigt. Was danach mit den Schienen passiert, beschäftigt den Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr am kommenden Dienstag sowie den Rat am 11. Dezember. Weichen für die Zukunft sollen gestellt werden - ohne Bahn. Bislang gibt es noch die Option für einen „Schienenendhaltepunkt”. Der Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) hat einen historischen Sonderverkehr zur Landesgartenschau angeboten, konnte in einem Spitzengespräch Ende Oktober aber keine Perspektiven für die Zeit danach aufzeigen. An dem Gespräch nahm auch der Märkische Kreis teil, die Stadt Menden schickte keinen Vertreter, was dort bereits für politischen Wirbel gesorgt hat. Vor allem die finanzielle Situation des ZRL lasse keine Spielräume für Streckenreaktivierungen zu. „Von seiten des ZRL wurde aber eindringlich auf die Sicherung der Trasse sowie geeigneter Zugangsmöglichkeiten hingewiesen, damit auch zu einem deutlich späteren Zeitpunkt die Reaktivierung nicht von vornherein ausgeschlossen werden muss”, vermerkt die Stadt.

Durch den Bau eines Radweges wird zumindest die Trasse gesichert. Das Bahnhofsgelände soll zur Landesgartenschau als Parkplatz genutzt werden. Die Gleise hinter dem Nöllenhofcenter und an der Ostenschlahstraße sollen für die neue Straße und den Kreuzungsausbau verschwinden. Entsprechende Beschlüsse zum Erwerb der Bahnflächen und zur Entwidmung der Strecke sollen die Politiker am Dienstag fassen. Der Seniorenbeirat spricht sich für den Erhalt der Bahnstrecke aus. „Den Luxus, sich mit einem eigenen Personenkraftwagen fortbewegen zu können, werden sich zukünftig allein aus Kostengründen immer weniger Menschen leisten können. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein attraktives und modernes Schienenverkehrsangebot für Fahrgäste an Bedeutung zunehmen wird”, so der Beirat. Der Schienenweg Hemer-Menden ist nach Auffassung des Seniorenbeirates bestens geeignet, mit dem überregionalen Schienennetz verknüpft zu werden. Auch für Güterverkehr und Tourismus gebe es Möglichkeiten. Dem Radverkehr räumt der Seniorenbeirat im Vergleich zum Schienenverkehr eine untergeordnete Rolle bei, weil er fast ausschließlich als Freizeitbeschäftigung zum Tragen komme und keine überörtliche Bedeutung erzeugen werde.

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