Badzukunft

Badneubau auf Bahnhofgelände ist der Favorit

Der Parkplatz und die Grünfläche unten zwischen Radweg und Bahnhofstraße empfehlen die Gutachter für den Neubau des Hallenbades. Das bisherige Bad  (oben links) soll abgerissen werden

Der Parkplatz und die Grünfläche unten zwischen Radweg und Bahnhofstraße empfehlen die Gutachter für den Neubau des Hallenbades. Das bisherige Bad (oben links) soll abgerissen werden

Foto: Hans Blossey

Hemer.   Die Politik berät am 20. Februar das Bäderstrategiekonzept. Eine Kombination des Hallenbadneubaus mit einem Gerätehaus der Feuerwehr wird noch geprüft.

Bereits im Juli stellt der Rat endgültig die Weichen für einen rund neun Millionen Euro teuren Hallenbadneubau auf dem Bahnhofgelände, der nach dem Baubeginn 2020 im Jahr 2022 feierlich eingeweiht werden kann. Bis dahin will die Stadt versuchen, das Hademarebad durch notwendigste Reparaturen geöffnet zu halten. So könnte die Bäderzukunft in der Felsenmeerstadt aussehen, wenn sie denn eine politische Mehrheit findet und finanzierbar ist.

Am kommenden Dienstag ist das Bäderstrategiekonzept der wichtigste Tagesordnungspunkt des Haupt- und Finanzausschusses. Das Gutachterbüro Altenburg stellt dann seine Empfehlungen vor. Wegen des erwarteten Besucherinteresses findet die Sitzung nicht wie üblich im Rathaus, sondern ab 17 Uhr in der Aula des Woeste-Gymnasiums statt.

Sanierung des Bades wäre die teuerste Lösung

Dort wird dann nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich vieles an die Sitzung vom September 2011 erinnern. Damals hatte die Düsseldorfer Unternehmensberatung Altenburg in einem Gutachten einen Hallenbadneubau am Sauerlandpark empfohlen (damals für 5,5 Millionen Euro). Jetzt favorisiert sie im Folgegutachten – wenig überraschend – einen Neubau auf dem ehemaligen Bahnhofgelände. Laut Gutachten wäre die Sanierung des 45 Jahre alten Hallenbades für 9,4 Millionen Euro die teuerste Lösung. Ein Abriss mit Neubau am gleichen Standort würde 8,8 Millionen Euro kosten. Bei beiden Varianten würde eine Wiederinbetriebnahme des jetzigen Bades nicht mehr erfolgen. Vereine, Schulen und Bürger müssten bis mindestens 2022 auf das Schwimmen im Hallenbad verzichten.

Wie auch bereits 2011 ist auch ein Neubau am Freibad geprüft worden. Für ihn werden 8,9 Millionen veranschlagt. Teurer wäre diese Lösung durch die Transportkosten für die Schulen. Rund 100 000 Euro müssten dafür jährlich zusätzlich aufgebracht werden. „Im Ergebnis wird daher die Errichtung eines Hallenbades auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände empfohlen“, bilanziert die Verwaltung das Bäderstrategiekonzept. Fast 9 Millionen Euro würde dieser Neubau inklusive Altlastenentsorgung kosten. Durch den Verzicht auf einen Springerbereich könnte der jährliche Zuschussbedarf um 50 000 Euro gesenkt werden. Daher setzen die Gutachter auf eine „Vier-Bahnen-Lösung“.

Egal, wie die Lösung aussieht, höher wird die jährliche Belastung für die Stadtkasse in jedem Fall. Verursacht das bisherige Hallenbad inklusive Abschreibung einen jährlichen Zuschussbedarf von 465 000 Euro, werden durch die höheren Abschreibungen künftig rund 817 000 Euro fällig.

Vor den weiteren Badplanungen am Bahnhof steht noch eine wichtige Grundsatzentscheidung an. Der Brandschutzbedarfsplan wird derzeit aktualisiert und sieht für die Freiwillige Feuerwehr ein neues Gerätehaus in der Stadtmitte vor. Auch dafür käme das Bahnhofsgelände in Betracht, worin einige Ratsfraktionen bereits Synergieeffekte durch einen gemeinsamen Bau sehen. Ob dieses Gerätehaus zwingend erforderlich ist, und wenn ja, wie groß es sein muss, ist noch völlig offen. Eine Fachplanerin soll die Kosten schätzen. „Sollte dieser Standort bevorzugt werden, wäre eine gemeinsame Planung unabdingbar“, so die Verwaltung. Durch den noch nicht beschlossenen Brandschutzbedarfsplan könnten sich Verzögerungen ergeben. Als ehrgeiziges Ziel für einen Grundsatzbeschluss hat die Verwaltung die Ratssitzung am 3. Juli gesetzt.

Hallenbadöffnung wiederzum 16. September?

Erst nach dem Blick in die Zukunft, geht es am kommenden Dienstag um die Gegenwart. Im Dezember mussten die Bauarbeiten an der abgehängten Innendecke des Bades wegen Asbest eingestellt werden. Geklärt ist mittlerweile, dass die Lüftungskanäle nicht komplett entfernt werden müssen. In den Zementplatten ist der Asbest fest gebunden. Daher können sie saniert und fortgenutzt werden.

Allerdings müssen oberhalb der abgehängten Decke verbaute künstliche Mineralfasern ähnlich aufwendig wie bei der Asbestsanierung am Gymnasium in einem Unterdruckcontainer entsorgt werden. Diese Kosten ermittelt die Verwaltung zurzeit. „Es könnte mit den bisher eingeplanten 100 000 Euro für die Deckensanierung plus der laufenden Bauunterhaltung für 2018 gelingen“, zeigt sich der Technische Beigeordnete Christian Schweitzer zuversichtlich. Ist die Sanierung im Rahmen des Budgets möglich, soll das Hallenbad zum 16. September wieder öffnen können. Unabhängig von der aktuellen Schließung des Hademarebades plant die Verwaltung, das Freibad Am Damm wie gewohnt am 1. Mai in die Saison starten zu lassen.

Investorenwettbewerbfür die alte Badfläche

Und was wird aus dem alten Badstandort direkt am Hademareplatz? Er war schon mehrfach für großzügige städtebauliche Veränderungen das Objekt der Begierde für Fachmärkte, Festsaal und vieles mehr. Durch einen Investorenwettbewerb könnten mögliche Varianten ermittelt werden.

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