Natur

Bäume fällen mit Luftunterstützung

Mit einem Helikopter sind schon 2009 im Vorfeld der Landesgartenschau Bäume aus dem Felsenmeer entfernt worden.

Mit einem Helikopter sind schon 2009 im Vorfeld der Landesgartenschau Bäume aus dem Felsenmeer entfernt worden.

Foto: MAY, Michael

Hemer.  50 Buchen im Felsenmeer sollen im kommenden Jahr mithilfe von Helikoptern und Baumkletterern entfernt werden.

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Nicht nur die Fichten in den heimischen Wäldern leiden unter den Hitzesommern der vergangenen Jahre. Auch einige Buchen im Felsenmeer haben Schäden davongetragen. 50 von ihnen sollen im kommenden Jahr gefällt werden. Aufgrund der Arbeitssicherheit geht dies allerdings nur mit einem komplizierten Verfahren. Baumkletterer sägen die Buchen unten ab, damit sie von einem Helikopter abtransportiert werden können.

Schon 2009 im Vorfeld der Landesgartenschau gab es den Fall, dass ein Hubschrauber für Baumfällarbeiten über dem Felsenmeer kreiste. Eine bunt gemischte Gruppe aus Baumkletterern kümmerte sich um die Fällung der Bäume. Ein Helikopter zog die abgeschnittenen Bäume mit einem Seil nach oben. „Damals waren wir Pioniere“, erinnert sich Stadtförster Dirk Basse. Mittlerweile gebe es Firmen, die sich darauf spezialisiert haben.

Dürresommer und Pilze haben Bäume krank gemacht

Im Felsenmeer besteht die Gefahr, in die verdeckten Hohlräume im Naturschutzgebiet zu fallen. Aus diesem Grund dürfen aufgrund der Arbeitssicherheit keine Arbeiten auf dem Boden erfolgen. Die 50 abgestorbenen Buchen stellen nun eine Gefahr sowohl für Menschen als auch für die begehbaren Stege über dem Felsenmeer dar. Ein Teil der Strecke ist deswegen auch schon abgesperrt, wie Dirk Basse im Betriebsausschuss für eigenbetriebliche Einrichtungen am Donnerstag mitteilte. Die morschen Gewächse könnten auf die Stege fallen und diese beschädigen. „Da wir als Stadt auch sehr mit dem Felsenmeer werben, steht die Sicherheit der Besucher an erster Stelle“, erklärt Basse.

Als Ursache für den schlechten Zustand der 50 Rotbuchen nennt der Stadtförster einerseits das hohe Alter mancher Bäume. Diese seien vor allem durch den Brandkrustenpilz extrem geschädigt. Bei rund der Hälfte der betroffenen Buchen habe der schlechte Zustand aber mit den Dürresommern in diesem und im vergangenen Jahr zu tun.

Geplant sind die Baumfällarbeiten im kommenden Jahr. Wann diese aber erfolgen sollen, konnte Dirk Basse noch nicht sagen. Im Betriebsausschuss wurden dem Wirtschaftsplan und dem Budget für den Stadtforst zugestimmt. Darin inbegriffen sind auch die Ausgaben für die komplizierte Baumfällung am Felsenmeer. Noch muss der Rat den Plan endgültig absegnen. Basse schätzt aber, dass die Arbeiten entweder im Frühjahr oder im Herbst getätigt werden. „Wenn die Bäume im Sommer noch ihr Laub tragen, dann sind sie schwerer für die Helikopter. Es ist also sinnvoll, die Buchen zu fällen, wenn die Kronen frei sind“, so Basse.

Holz-Container von der Polizei gestoppt

Ein weiteres Thema, das in diesem Zusammenhang im Betriebsausschuss besprochen wurde, sind die Einnahmen durch den Stadtforst. Da der regionale Holzmarkt so gut wie gesättigt ist, wird von Borkenkäfer belastetes Holz über Container nach China verkauft. Vor kurzem sorgte das Einschreiten der hessischen Polizei bei diesem Verfahren für Unsicherheiten. Laut Medienberichten kontrollierten die Polizisten verstärkt Lkw-Fahrer, da das Verladen der Stämme in Containern nicht den Vorschriften entspreche. Dies habe dafür gesorgt, dass Transporte von Holz in Containern erst einmal gestoppt wurden.

„Alles, was wir entwickelt haben, war dann plötzlich weg“, erklärte Dirk Basse im Ausschuss. Mittlerweile seien zwar wieder die Lkw unterwegs. Da solche Unsicherheiten immer wieder auftauchen, seien die veranschlagten Einnahmen durch die Bewirtschaftung des Stadtforstes von rund 35.000 Euro aber nur eine Schätzung. „Das haben wir eher Pi mal Daumen angepeilt“, sagt Edgar Schumacher, der neben vielen anderen Aufgaben auch für den Fachdienst Forst zuständig ist.

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