Ententreffen

Besonderes Lebensgefühl auf kleinem Raum

Ententreffen im Sauerlandpark: Andreas Kühne mit seiner Ente namens „Affenschaukel“.

Ententreffen im Sauerlandpark: Andreas Kühne mit seiner Ente namens „Affenschaukel“.

Foto: Carmen Ahlers

Hemer.  35 Enten rollten zum fünften Ententreffen in den Sauerlandpark und zogen die Blicke auf sich.

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Wenn Andreas Kühne von seiner „Affenschaukel“ spricht, meint er seine orangefarbene Ente. Ein 2 CV-Kastenwagen, Baujahr 1976. Aus dem Kreis Coesfeld ist er am Samstag mit seinem Oldtimer in den Sauerlandpark nach Hemer gefahren, um beim fünften Ententreffen, organisiert von den „Felsenmeerenten“ und der Citroën Oldtimer IG Sauerland, dabei zu sein. Insgesamt 35 Enten in verschiedenen Farben und Formen werden von ihren Besitzern vorgestellt. Die Resonanz auf die Veranstaltung ist nicht umwerfend gut, aber durchaus in Ordnung. Die meisten Gäste im Park schauen erst ein wenig verwundert, dann aber lassen sie sich schnell von der Begeisterung der Entenfahrer anstecken. Die kennt nämlich keine Grenzen.

Mit maximal Tempo 95über die Straßen

„Affenschaukel“ aus Lüdinghausen im Kreis Coesfeld ist nicht einfach nur ein Auto, für Andreas Kühne ist sie ein großer Schatz. Er besitzt kein weiteres Auto und legt jeden Weg – egal wie weit – mit ihr zurück. Weil seine Ente es nur auf Tempo 95 bringt, da kann der Weg auch schon mal sehr lang werden. Dem 58-Jährigen ist das egal, und Gleichgesinnte verstehen das total. „Eine Ente ist ein Lebensgefühl“, sagt Andreas Kühne, der die Leidenschaft für die französischen Miniautos von seinem Papa Rudi geerbt hat.

Ist Ente zu fahren denn nur etwas für Ältere oder erreicht der Autokult auch die junge Generation? „Ich bin durch die Enten in meiner Familie damit aufgewachsen, und es ist doch mal etwas anderes und kein gewöhnliches Auto“, sagt der 25-jährige Marcel. Sein Schmuckstück heißt übrigens „Brunhilde“, und auch sie reiht sich in die Entenreihe im Sauerlandpark ein. Marcel berichtet, dass „Brunhilde“ tags drauf Geburtstag hat. „Am 7. Juli 1981 hat sie ihre Erstzulassung bekommen“, sagt er und weiß wie sein Onkel Andreas, dass der Besitz einer Ente eine echte Lebensaufgabe ist. „Man kriegt sie nie fertig, es ist immer was zu tun!“

Kühnes Ente war bereitsin Casablanca

Wenn man einen Blick in das Innere von Kühnes „Affenschaukel“ wagt, glaubt man das sofort. Werkzeug liegt im Fußraum, und die Tempoanzeige war nach Jahren so unleserlich, dass Andreas Kühne die Zahlen, um die Geschwindigkeit abzulesen, einfach mit einem Permanentmarker nachgeschrieben hat. Sonderlich bequem sieht es auch nicht aus, wie er da im Auto huckt. Aber das alles ist dem Enten-Fan egal. Er fährt mit ihr überall hin, und so war „Affenschaukel“ unter anderem schon in Casablanca, in Kroatien, in Schweden, Spanien oder auch Schottland.

324 Entenclubs und über 1000 Enten gibt es in Deutschland; Andreas Kühne versucht, an möglichst vielen Treffen teilnehmen. Auch in Hemer war er mehrfach dabei. Die Stimmung in Hemer ist gut. Während ein Teil der 2 CV-Fans nur für ein paar Stunden vorbeischaut, geht es für die meisten noch auf eine gemeinsame Ausfahrt durch das Sauerland. Der Abschluss findet im Restaurant „Akropolis“ statt. Nett zusammensitzen, fachsimpeln und gemeinsame Aktionen zu planen, darum geht es. Und nicht nur Andreas Kühne und sein -Entenexemplar sind ein Dreamteam. Irgendwann mal ein anderes Auto zu fahren, kann er sich nicht vorstellen, und er stellt direkt klar: „Affenschaukel ist unverkäuflich!“

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