Förderschule

Brabeckschule: Standort Hemer im Kreistag ohne jede Chance

Die ehemalige Pestalozzischule wird als Teilstandort der Brabeckschule aufgegeben.

Die ehemalige Pestalozzischule wird als Teilstandort der Brabeckschule aufgegeben.

Foto: Ralf Engel

Hemer/Lüdenscheid.   Große Mehrheit stimmt für Übernahme der Trägerschaft und Zwei-Standorte-Lösung. Landrat verteidigt Bürgermeister Heilmann gegen Vorwürfe.

Mit übergroßer Mehrheit hat sich der Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag in Lüdenscheid dafür ausgesprochen, dass der Märkische Kreis die Trägerschaft der Brabeck-Förderschule von der Stadt Iserlohn übernimmt. Allerdings soll dann laut Vorschlag der Kreisverwaltung die Schule nicht mehr an drei Standorten, sondern nur noch an zweien fortgeführt werden. Die Hemeraner Dependance im Gebäude der ehemaligen Pestalozzischule wird aufgegeben. Erhalten bleiben nur die Standorte in Alt-Iserlohn an der Mendener Straße und im Letmather Nordfeld.

In den Wochen zuvor hatte sich die Stadt Hemer ebenso wie die Stadt Balve, aus der ebenfalls Kinder die Schule besuchen, klar für den Erhalt des Hemeraner Standortes ausgesprochen. Auch die SPD-Kreistagsfraktion hatte sich zunächst im Sinne einer Lösung mit drei Standorten positioniert. Dennoch gab es im Kreistag bei zwei Enthaltungen nur fünf Gegenstimmen, wovon allein drei aus der Fraktion der Linken rührten. Die Linke war zuvor mit einem Antrag gescheitert, das Thema noch einmal zur Beratung an die Fachausschüsse zu verweisen.

Massive Vorwürfe von Gabriele Wallbaum-Strecker

Ebenfalls gegen den Verwaltungsvorschlag stimmte die Hemeraner Kreistagsabgeordnete Gabriele Wallbaum-Strecker (CDU), die in einem ausführlichen Redebeitrag nicht nur die Vorzüge eines dritten Standortes auflistete, sondern auch Hemers Bürgermeister Michael Heilmann attackierte und für die Entwicklung verantwortlich machte. Heilmann habe viel zu früh und ohne Mandat in einem Gespräch mit der Kreisverwaltung, an der auch Landrat Thomas Gemke teilnahm, ein Hemeraner Desinteresse an der Fortführung des Standortes mitgeteilt. Die massiven Vorwürfe Wallbaum-Streckers gegen Heilmann veranlassten den Landrat das Wort zu ergreifen und den Hemeraner Bürgermeister zu verteidigen. Heilmann habe seine damaligen Ausführungen lediglich als eine erste Einschätzung bezeichnet. Das sei auch in den Protokollen der Gespräche eindeutig so vermerkt, so Thomas Gemke.

Mit Walter Gertitschke (UWG) griff noch ein weiteres Hemeraner Kreistagsmitglied in die Diskussion ein. Anders als Gabriele Wallbaum -Strecker stellte sich Gertitschke aber hinter den Verwaltungsvorschlag und die Aufgabe des Standortes Hemer. Sein Hauptargument – das marode Schulgebäude, in das die Stadt zunächst einen Millionenbetrag investieren muss, bevor sie es an den Kreis vermieten könne, habe nach Meinung der UWG keine langfristige Zukunftsperspektive.

Iserlohn wird Übernahme voraussichtlich zustimmen

Peter Leye (SPD), Schulausschussvorsitzender in Iserlohn, stellte in Aussicht, dass das Iserlohner Gremium der Übertragung der Trägerschaft der Brabeckschule an den Kreis sicherlich zustimmen werde. Und Peter Maywald aus Menden plädierte dafür, die Kinder aus Hemer, Menden und Balve künftig am Standort in Iserlohn zu unterrichten und ihnen die weitere Fahrt nach Letmathe zu ersparen.

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