Guter Zweck

Bringsammlung endet mit vier vollen Containern

Vier Container haben die Helfer des Aktionskreises Pater Beda am Samstag gefüllt. Der stellvertretende Bürgermeister Bernhard Camminadi (2. v. li.)dankt für die über Jahre geleistete Arbeit.

Vier Container haben die Helfer des Aktionskreises Pater Beda am Samstag gefüllt. Der stellvertretende Bürgermeister Bernhard Camminadi (2. v. li.)dankt für die über Jahre geleistete Arbeit.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Zum letzten Mal hat am Samstag die Bringsammlung des Aktionskreises Pater Beda stattgefunden. Der Aktionskreis ist aber weiter in Hemer aktiv.

Auf einem kleinen Trecker hat alles angefangen, mit vier vollbepackten Containern voller Altpapier geht es nach mehr als 55 Jahren zu Ende. Am Samstag hat der Aktionskreis Pater Beda zum letzten Mal seine Bringsammlung für Papier- und Altkleiderspenden auf den Parkplatz Urbecker Straße und einigen anderen Sammelstellen veranstaltet. Obwohl das Ende für viele Helfer schwer war, geht für den Aktionskreis der Blick nach vorne.

Mit der Bringsammlung endet nämlich nur eine Aktion des AK Pater Beda, der sich weiterhin in der Felsenmeerstadt für Brasilien-Hilfen engagiert. Darauf verweisen sowohl Björn Lahrmann, der die Bringsammlungen bisher mitorganisiert hat, und Udo Lohoff, Geschäftsführer des Aktionskreises, am Tag der Aktion. „Pater Beda ist immer noch aktiv“, hebt Udo Lohoff hervor.

Viele helfen dem AK Pater Beda seit ihrer Kindheit

Trotzdem ist es für viele Helfer ein komisches Gefühl, nun zum letzten Mal die Container mit Altpapier zu füllen. „Bisher war ich mit der Organisation beschäftigt. Aber wenn ich jetzt die ganzen Helfer sehe, die zum letzten Mal nochmal richtig mit anpacken, dann habe ich schon ein trauriges Gefühl“, sagt Björn Lahrmann. Schon seit seiner Kindheit hat er bei den Bringsammlungen mitgeholfen. In den vergangenen Tagen und Wochen hat er sich oft mit Helfern des Aktionskreises über das Telefon unterhalten.

Die Resonanz sieht man auf dem Parkplatz an der Urbecker Straße. Zwischen 8 und 12 Uhr kommen immer wieder Autos vorbei, die mit Pappkisten befüllt sind. Teilweise ist das transportierte Papier vergilbt, als hätten sich deren Besitzer das Material extra für diesen Moment aufgespart. „Wir hatten schon überlegt, einen fünften Container zu buchen, jetzt sind alle vier pickepacke voll“, zieht Björn Lahrmann um 12 Uhr die Bilanz

Auch junge Leute packen richtig mit an

Rund 20 Tonnen sind es geworden, wie es Manfred Frietschen einschätzt. Er war bei einer der ersten Sammlungen von Pater Beda im Jahr 1964 dabei. Damals war man noch mit einem Trecker unterwegs und ist von Tür zu Tür gegangen. Als er anfängt, ist Manfred Frietschen 14 Jahre alt. Richtig groß wird die Aktion in den 80er Jahren, als mehr als 100 Helfer bei den Sammlungen aktiv mithelfen.

Nun besteht der Helfer-Stamm nur noch aus etwa zehn Mitgliedern, von denen viele im hohen Alter sind. Das ist auch ein Grund, warum die Bringsammlungen nicht mehr stattfinden. „Vielleicht ist es auch nicht mehr zeitgemäß, mit den vielen Autos“, überlegt Udo Lohoff laut. Zudem bekomme man für die Wertstoffe nicht mehr die großen Summen. Allerdings gibt es auch junge Leute, die bei der Bringsammlung kräftig mithelfen. Der 24-jährige Fabian Klein ist schon seit seinem achten Lebensjahr dabei. Er nimmt die Altpapier-Pakete entgegen und wirft sie in die Container. Der 21-jährige Julian Vogel hat die Zeit noch miterlebt, als Kinder auf den LKW mitfahren konnten. Zusammen mit seinen Freunden Gianluca de Simini und Felix Kaufmann hat er an den Abgabestellen in Ihmert und Deilinghofen das Papier abgeholt und es mit seinem Sprinter zu den Containern an der Urbecker Straße gefahren. „Bis Westig sind wir gar nicht mehr gekommen, da war der Sprinter schon ganz voll“, sagt er.

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