Umwelt

Buchsbaumzünsler sorgt in Grünanlagen für Probleme

Bei Blumen Risse in der Becke werden die Buchsbäume mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Gartencenter-Mitarbeiter Andree Kettler zeigt eine Buchsbaumzünsler-Falle, die im Gartencenter verkauft wird.

Bei Blumen Risse in der Becke werden die Buchsbäume mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Gartencenter-Mitarbeiter Andree Kettler zeigt eine Buchsbaumzünsler-Falle, die im Gartencenter verkauft wird.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.   Die Raupen befallen die Sträucher in der Region. Chemische und biologische Mittel können gegen den Schädling helfen.

Wollige Gespinste in den Sträuchern weisen dieser Tage auf einen ganz besonders lästigen Schädling hin. Seit Anfang Mai ist der Buchsbaumzünsler auch in der Felsenmeerstadt aktiv. Die Raupe kann Buchsbäume vollständig zerstören. Die Stadtbetriebe Iserlohn/Hemer und auch der Sauerlandpark haben mit dem Insekt schon ihre Erfahrungen gemacht.

Das Tückische an den Viechern: Die Raupen des Buchbaumzünslers kommen drei bis viermal im Jahr. Deswegen komme es auf die Früherkennung an, sagt Thomas Bielawski, verantwortlich für die Parkentwicklung und Pflege und ab 1. Juli neuer Geschäftsführer des Sauerlandparks. „Jede eingesammelte Raupe ist eine Eindämmung des Problems“, erklärt er. Denn der Falter legt seine Eier an den äußeren Blättern des Buchsbaumes ab. Die Raupen, die daraus schlüpfen, machen sich dann über die Blätter her und breiten sich aus. Das kann zu der Zerstörung ganzer Reihen von Buchsbäumen führen. „Der Buchsbaumzünsler hat hier keine Fressfeinde und breitet sich deswegen besonders in dicht gestalteten Beständen aus“, sagt Bielawski.

Stadtbetriebe pflanzen kaum noch Buchsbäume an

Und genau deswegen sehen sich immer mal wieder Mitarbeiter des Sauerlandparks die Buchsbaumbestände an. Auch Pheromonfallen kommen zum Einsatz. Die locken die männlichen Tiere in die Falle und zeigen den Schädlingsbekämpfern, wo sie verstärkt nach Raupen suchen müssen. Allerdings werden mit den Fallen nur die männlichen Falter unschädlich gemacht. Um auch den weiblichen Schädlingen die Tour zu vermasseln, werden die Pflanzen regelmäßig mit Pflanzenschutzmitteln bespritzt.

Auch die Stadtbetriebe Iserlohn/Hemer kennen die gefräßigen Raupen des Buchsbaumzünslers nur zu gut. Besonders auf den städtischen Friedhöfen haben die Larven des Falters für Unruhe gesorgt. Buchsbäume gibt es auch deswegen in den städtischen Grünanlagen oder den Friedhöfen kaum noch. Stattdessen setzen SIH und Friedhofsverwaltung auf Salbei und andere Stauden. „Die lässt der Buchsbaumzünsler in Ruhe, außerdem sind die Gewächse ökologisch sinnvoller“, sagt SIH-Sprecher Marc Giebels.

Ansonsten verwenden die Stadtbetriebe zur Bekämpfung der Raupen sogenannte Nematoden. Das sind Fadenwürmer, die dem Buchsbaumzünsler zum Verhängnis werden und ihn somit biologisch zusetzen. „Die sind so klein, die spritzt man auf die Pflanzen“, erklärt Marc Giebels.

Peter Rust, Marktverantwortlicher des Blumen-Risse-Gartencenters in der Becke, rät derweil von Nematoden oder anderen Kleinstlebewesen zur Bekämpfung der gefräßigen Raupen ab. „Wenn die Temperaturen nicht regelmäßig 15 Grad überschreiten, sind Bakterien wie Xentari oder Fadenwürmer wie Nematoden nicht wirkungsvoll“, sagt der Markt-Verantwortliche. Die Mikroorganismen brauchen warmes Wetter, um zu gedeihen und damit dem Buchsbaumzünsler zu Leibe zu rücken. Der Buchsbäume im Gartencenter werden deswegen mit Chemie, systemischen oder Kontakt-Mitteln, behandelt.

Wenn die Temperaturen aber steigen, bevorzuge das Gartencenter aber auch die biologische Variante zur Bekämpfung der Raupen. Die Pflanzen werden zudem regelmäßig überprüft. Und das empfiehlt er auch seinen Kunden. Bisher habe es im Gartencenter noch keine Verluste gegeben. Als Alternative zu den anfälligen Buchsbäumen, empfiehlt Rust die kleinblättrige Stechpalme. „Da geht der Buchsbaumzünsler nicht dran“, sagt er.

Um einen anderen Schädling müssen sich die heimischen Gärtner jedoch nicht kümmern: den Eichenprozessionsspinner. „Der hat die Ruhr noch nicht überquert und ist im Märkischen Kreis noch kein Thema“, erklärt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises.

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