Deilinghofen.

Bürgerbeteiligung schon jetzt rekordverdächtig

Stadtentwicklungskonzept in Deilinghofen

Foto: Ralf Engel

Stadtentwicklungskonzept in Deilinghofen Foto: Ralf Engel

Deilinghofen.   Die Stadtteilwerkstatt machte in Deilinghofen Station. Die Bürger schätzen vor allem den hohen Erholungswert ihres Dorfes.

Die Bürgerbeteiligung am Stadtentwicklungskonzept ist rekordverdächtig – zumindest was die Hinweise im Internet angeht. Mit über 240 Anregungen auf der Ideenseite plan-portal.de haben die Hemeraner bereits die Resonanz in anderen Kommunen übertroffen, dabei haben die Stadtteilwerkstätten noch gar nicht in allen Ortsteilen stattgefunden und es besteht noch Zeit bis Ende Dezember. Viele Anregungen kamen auch bei der gut besuchten Bürgerversammlung in Deilinghofen hinzu.

Wie sieht es in den Ortsteilen in 15 bis 20 Jahren aus?

Die Stühle in der Schulaula reichten am Mittwochabend für die über 40 interessierten Bürger gerade aus, vor den Themenwänden herrschte nach der allgemeinen Einführung drangvolle Enge. „Eine Stadt darf niemals stehenbleiben“, sagte Bürgermeister Michael Heilmann zum Auftakt und bezog dies auch auf die Ortsteile. Dort seien die Bürger die Experten, wo der Schuh drücke. „Wir wollen von ihnen Ideen abholen“, betonte Alfred Körbel vom durchführenden Fachbüro „plan lokal“. Dafür brauche es ein bisschen Fantasie, wie es in Deilinghofen, Apricke, Brockhausen und Riemke in 15 bis 20 Jahren aussehen könnte. Diese Ideen gab es reichlich, denn in Deilinghofen wurden nicht nur Stärken und Schwächen an die Pinnwand geheftet, sondern auch Zukunftsbilder entworfen.

Dass es sich im Osten der Stadt gut leben lässt, wurde in vielen Äußerungen deutlich. Die Nähe zu Felsenmeer, Naturschutzgebiet und Sauerlandpark wissen die Bürger zu schätzen. Zum hohen Erholungswert tragen schöne Spazierwege, eine gute Infrastruktur, eine gute Anbindung an Hemer bei. Das Vereinsleben, Schule und Kindertagesstätte gehören zu den Stärken.

Bei den Defiziten wurde die Einzäunung des Hoppenbergs und die Beschilderung des Wanderwegenetzes aufgelistet. Fehlende Radwege, der Lkw-Verkehr auf der Hönnetalstraße, ein fehlendes Dorfgemeinschaftshaus in Deilinghofen und Brockhausen, ein fehlender Jugendtreff, keine lokalen kulturellen Veranstaltungen fanden sich auf der Pinnwand wieder.

„Verkehr und Mobilität sind bislang sehr prominent vertreten“, fasste Alfred Körbel die bisherigen Bürgerstimmen zusammen. In Deilinghofen war dies nicht anders. Zu den Zukunftsbildern gehören die Verlegung der Ortsdurchfahrt auf die Europastraße, ein Kreisverkehr auf der Hönnetalstraße, bessere Schulwegsicherung, bauliche Maßnahmen zur Temporeduzierung in Brockhausen und ein flexibler Nahverkehr mit Anbindung des Kaufparks. Bürger regten ein MVG-Semesterticket für Schüler an sowie eine bessere Gas- und Breitbandversorgung des Dorfes.

Bürger fordern denAbriss der Alten Schule

Städtebaulich ist besonders die Ruine der Alten Schule neben dem Martin-Luther-Haus vielen ein Dorn im Auge. Sie fordern endlich den Abriss. Landschaftliche Freiräume im Dorf sollten erhalten werden. Der Spielplatz im Ernst-Loewen-Park sollte aufgewertet werden. Ein Trimm-Dich-Pfad auf dem ehemaligen Übungsplatz wurde angeregt, ebenso eine Nachbarschaftshilfe. Bei der Suche nach einem Dorfplatz und Dorfhaus könnten sich zukünftig durch das Gemeindezentrum Deilinghofen neue Möglichkeiten ergeben.

Drei Stadteilwerkstätten finden noch statt. Am 7. Dezember ist Sundwig an der Reihe, am 13. Dezember folgen Ihmert und Bredenbruch und am 14. Dezember Frönsberg.

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