Bürgermeisterwahl

Bürgermeister zieht die Reißleine

Michael Heilmann, Bürgermeister der Stadt Hemer

Michael Heilmann, Bürgermeister der Stadt Hemer

Foto: Reinhard Köster / IKZ

Hemer.  Bürgermeister Michael Heilmann wird bei der Bürgermeisterwahl am 13. September nächsten Jahres nicht wieder kandidieren.

Bürgermeister Michael Heilmann wird bei der Kommunalwahl am 13. September kommenden Jahres, bei der auch die Bürgermeisterwahl stattfindet, nicht wieder kandidieren. Das teilte Hemers erster Bürger am Dienstagvormittag im Rathaus mit.

Am 14. Februar 2016 wurde Michael Heilmann mit 81 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister der Stadt Hemer gewählt. Mit diesem mehr als deutlichen Ergebnis in der Stichwahl gegen den Christdemokraten Wolfgang Römer hatte niemand gerechnet, Heilmann selbst am allerwenigsten. Er nahm die Herausforderung als Chef der Verwaltung an und hatte eigentlich auch vor, im nächsten Jahr wieder zu kandidieren. Jetzt macht er eine Kehrtwendung.

Gesamtsituationneu überdacht

„Im Grunde waren wir gerade dabei, an meinem Wahlprogramm zu feilen, doch die aktuellen Entwicklungen haben mich umdenken lassen“, erklärt der BM.

CDU, FDP, SPD und GAH haben Ende September den Ersten Beigeordneten Christian Schweitzer als ihren gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten vorgestellt.

„Damit habe ich so nicht gerechnet, das hat mich bewogen, in mich zu gehen, und die Gesamtsituation neu zu überdenken“, so Heilmann, der daraufhin in enger Abstimmung mit seiner Familie entschieden hat, auf die erneute Kandidatur zu verzichten. Alle gegen einen – dieser Herausforderung möchte sich der 57-Jährige nicht stellen, der seit 2018 nach dem Austritt aus der Unabhängigen Wählergemeinschaft parteilos ist.

Dickes Fell könnte nicht dick genug sein

Ihm bereitet weniger eine Niederlage bei der Wahl Bauchschmerzen, sondern vielmehr die Möglichkeit eines Sieges nach einem harten Wahlkampf. „Ich befürchte, dass mein bereits jetzt schon dickes Fell dann nicht dick genug sein könnte“, sagt Michael Heilmann, der auch aktuell mit starkem Gegenwind aus anderen Fraktionen zu kämpfen hat. „Ich glaube, eine gedeihliche Zusammenarbeit mit der Verwaltungsspitze und mit so einer großen Opposition im Rat wäre nicht gewährleistet. Ich müsste mit großen Schwierigkeiten bei der Amtsführung rechnen, die sowohl der Entwicklung unserer Stadt als auch mir persönlich schaden würde!“

Denkt Michael Heilmann an die vergangenen drei Jahre zurück, gibt er sich zufrieden mit dem, was er bis jetzt für die Stadt Hemer erreicht hat. „Im Rückblick ist es mir allerdings nicht in jedem Fall gelungen, als parteiloser Bürgermeister die Parteien und Fraktionen im Rat von meiner Arbeit zu überzeugen und Vertrauen zu schaffen“, sagt er offen.

Michael Heilmann sagt, dass die Entscheidung, nicht wieder zu kandidieren, keine leichte war. „Es fällt mir wirklich sehr schwer, denn eine positive, vorwärts gerichtete und menschliche Politik für unsere Heimatstadt Hemer war und ist seit rund 25 Jahren immer das Ziel für mein Engagement in der Kommunalpolitik. Zuerst ehrenamtlich und zuletzt vier Jahre als Bürgermeister“, so der Verwaltungschef, der beteuert, alle Aufgaben und Verantwortlichkeiten weiterhin mit besten Wissen und Gewissen und mit genauso viel Herzblut wie bisher anzugehen – bis Ende Oktober 2020, wenn dann ein anderer Bürgermeister seinen Platz einnimmt.

Keine Konkurrenzsituationim Rathaus

Es gäbe viele Projekte, die in seiner Amtszeit begonnen und auch beendet werden sollten, so Heilmann. „Im Rathaus gibt es keine Konkurrenzsituation, wir können Dinge gemeinsam auf den Weg bringen.“ Was könnte für Michael Heilmann nach dem Ende seiner Amtszeit kommen? „Dann suche ich mir eine neue Aufgabe!“

In den sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Michael Heilmann mag es gefreut haben, dass viele Verständnis für seine Entscheidung aufbringen und anerkennende Worte für seine bisher geleistete Arbeit gefunden haben. Vor der Pressekonferenz hat der BM bereits seine Führungskräfte informiert.

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