16 Kirchenbänke aus Holz zu kaufen für 150 Euro das Stück

Christuskirche: Zwei Orgeln und ein Bechstein-Konzertflügel stehen in der "Kirche des Südens"

Foto: IKZ

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Hemer. Nachdem sich die ev.-lutherische Kirchengemeinde Hemer aus Kostengründen von der Westiger Thomaskirche getrennt hat, wird in Sundwig die Christuskirche umgebaut für die Nutzung im gemeinsamen Pfarrbezirk Süd.

Die Christuskirche der Sundwiger und Westiger Lutheraner soll ein „würdiger Ort in der Kirche des Südens” werden, nachdem die beiden separaten Pfarrbezirke vor Jahren aufgelöst worden sind. Das bisherige Kreuz von der Altarwand im Kirchraum, der durchgängig einen weißen Anstrich erhalten hat, kommt ins „Foyer", gemeinsam mit dem überarbeiteten Westiger Altarkreuz aus Granitstein. Weiß leuchtet auch das neue Kreuz, das riesengroß in die Altarwand eingelassen ist und nur durch Schattenbildung zu erkennen ist.

Architekt Carsten Pläsken hat eine ganz neue Konzeption für die Christuskirche entworfen. Der Kirchraum für den etwa 3500 Mitglieder zählenden Pfarrbezirk Süd behält 450 Sitzplätze und wird künftig dreifach genutzt für Gottesdienste, Gemeindeveranstaltungen und zugleich auch manchmal als Konzertsaal. Alles das mit behindertengerechtem Zugang und behindertengerechter Toilette auf dem Damenklo. Eingebaut wurden neue Fenster, Türen, eine Trennwand und eine Küche. Die historischen Fenster aus dem gemeinsamen Zinzendorff-Haus erhalten in der Christuskirche einen Ehrenplatz. Im Haupteingang wird die Metalltür gegen eine Glastür mit Kreuzsymbol ausgetauscht. In etwa zwei Wochen soll alles vollendet sein, aber für das komplette Bauvolumen (120 000 Euro) wurde doch nur das Notwendigste getan. Fernziel bleibt noch eine neue Bestuhlung für 45 000 Euro. Aber schon jetzt trennt sich die Gemeinde von 16 langen Kirchenbänken, die für mindestens 150 Euro das Stück zum Kauf angeboten werden - als kleiner Beitrag für die aktuellen Baukosten.

Zwei Orgeln und ein kostbarer Konzertflügel stehen demnächst in der „Kirche des Südens”, und alle drei Instrumente sollen gelegentlich gemeinsam erklingen. Der 130 Jahre alte und 2,40 m lange Bechstein-Flügel ist generalüberholt und wirklich ein Schnäppchen, das noch abbezahlt wird. Im Kirchraum befindet sich auch das aus dem Bergischen Land stammende „Bürkle”-Orgelpositiv, das zuletzt in der alten Schule Ispei im Gottesdienstgebrauch war.

Die Krönung steht bald auf der Empore: Die aus der Thomaskirche stammende, klanglich herrliche Schuke-Orgel wurde vorgestern in Einzelteilen geliefert. Die Pfeifen stehen im Turmzimmer. Die Schuke-Orgel war vor ihrer Überarbeitung in der Kreuzkirche eingelagert. Jetzt ist sie um tiefe Fagott-Metallpfeifen erweitert, und beim Aufbau wird sie den Klangverhältnissen in der Christuskirche angepasst. Ab Dezember wird sie im Pfarrbezirk Süd im regulären Einsatz sein, wo sich Gisela Gonsior-Braun und Dieter Drucks den Organistendienst im steten Wechsel teilen.

Freuen dürfen sich die heimischen Musikfreunde auf Dieter Drucks' Traditionsveranstaltung; einst in der Thomaskirche, nun in der „Christuskirche des Südens” schönste „Musik zur Adventszeit”.

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