Das Kastaniennest im bunten Herbstfieber

Hemer.  Die Kinder erleben die Jahreszeit mit allen ihren Sinnen. Sie basteln und spielen mit gesammelten Kastanien.

Der Herbst ist da. Die Laubbäume färben sich bunt und Kastanien und Nüsse fallen von den Bäumen – so auch im evangelischen Kindergarten Kastaniennest in Sundwig, der seinem Namen derzeit alle Ehre macht. Dort wird die Jahreszeit der Kastanien genutzt, um mit den Kindern zu basteln, aber auch um die Feinmotorik zu fördern und erste Annäherungsversuche an die Mathematik zu wagen.

Der alte Kastanienbaum wirft jedes Jahr aufs Neue seine Kastanien ab: „Es gab Tage, da war der ganze Boden mit Kastanien bedeckt, die haben wir dann erstmal gesammelt. Die Kinder waren aber auch außerhalb des Kindergartens mit ihren Eltern Kastanien sammeln und haben diese dann mitgebracht“, erzählt Erzieherin Laura Delatte. Den Kindern werden genügend Stationen und Spielmöglichkeiten angeboten, schon angefangen in der neuen U3 Gruppe namens Nestgruppe. Diese besteht seit August diesen Jahres aus zehn Kindern von ein bis drei Jahren.

Viele kleine Stationen stehen zur Verfügung

Im Raum der Nestgruppe ist eine Kastanienwanne aufgestellt. Dort können sich die ganz Kleinen voll und ganz ausleben. Die einen legen sich rein oder lassen Sachen verschwinden, die anderen befüllen die Wanne mit jeder Art von Gegenständen wie Messbecher, Körbe oder Flaschen. Beim Befüllen lernen die Kinder schon die ersten Größenverhältnisse kennen. „Das sind schon erste Schritte zum mathematischen Verständnis. Das Rechnen überlassen wir dann aber den Schulen“, erläutert Erzieherin Michaela Dodt-Rus und lacht. In den anderen zwei Gruppen, die die Namen Sonnen- und die Sternengruppe tragen, gibt es selbstgebastelte und buntbemalte Kastanienmurmelbahnen aus Pappe, für die Vorschulkinder sogar schon einen Tisch, an dem man Kastanien zählen kann und Stationen zum Wurfkastanien-Basteln.

„Die Wurfkastanien sind eine super Idee und auch total einfach zu machen. An den Kastanien wird buntes Kreppband befestigt und den Kastanien nach Bedarf Gesichter aufgemalt“, so Laura Delatte. Wie das funktioniert, führen die Kinder der beiden Gruppen vor. Freudig probieren sie die Wurfkastanien aus, nachdem die Bastelarbeiten fertig sind. „Wow, guck mal, wie meine fliegt, wie ein bunter Flitzebogen“, ruft ein Mädchen begeistert. „Guck mal, was ich machen kann“, ruft ein anderes und dreht sich mit der Kastanie im Kreis.

Durch Umgang mit Kastanien wird die Feinmotorik gefördert

Es sind aber auch mehrere Stationen zur Feinmotorik aufgebaut, an denen die Kinder die Kastanien mit Zangen in Silikonformen transportieren können. Der Kastanienbaum bedeute viel für den Kindergarten, so Michaela Dodt-Rus. „Der Baum ist sehr alt, ich denke er steht hier so lange, wie es den Kindergarten schon gibt: Über 100 Jahre“, sagt sie begeistert. Der Kindergarten sorge regelmäßig für eine Kronensicherung, um sicher zu gehen, dass es es dem Baum gut geht. Er ist immerhin ein fester Bestandteil des Kindergartens. Durch den Kastanienbaum lernen die Kinder sehr viel neues dazu: „Sie sehen zum Beispiel, wie er sich im Laufe des Jahres verändert und erleben Aktionen, wie diese mit den Kastanien“, erklärt Michaela Dodt-Rus weiter.

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