Kirche

Der Opfer der Reichspogromnacht gedenken

Bonhoeffer-Oratorium Ebbergkirche

Bonhoeffer-Oratorium Ebbergkirche

Foto: Annabell Jatzke / Annabell jatzke

Hemer.  Chor und Instrumentalensemble der Friedenskirche Letmathe führt das Liedoratorium „Dietrich Bonhoeffer“ wird in der Ebbergkirche auf.

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Zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus haben die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Hemer am Samstagabend, genau 81 Jahre nach der Reichspogromnacht, ein besonderes Konzert in der Ebbergkirche veranstaltet. Christian Otterstein führte mit dem Chor und dem Instrumentalensemble der Friedenskirche Letmathe das Liedoratorium „Dietrich Bonhoeffer“ auf.

Für die Musiker ist es nicht das erste Mal, dass sie das Oratorium über den Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer aufführen. Bereits acht Mal haben Chor und Instrumentalisten in den vergangenen zehn Jahren zusammen das Konzert gespielt. Doch immer wieder schwingt aufs Neue die Aufregung mit. Diese war allerdings unbegründet. Die Aufführenden brillierten wie gewohnt und die über 100 emotional bewegten Konzertbesucher dankten es mit langanhaltendem Applaus.

Die Dramaturgie eines Lebens für den Widerstand

Das Oratorium, für das Matthias Nagel 1997 die Musik und Dieter Stork die Texte lieferten, bietet immer wieder eine intensive und eindrucksvolle Begegnung mit dem Leben, Wirken und dem Werk von Dietrich Bonhoeffer. Darin werden die Stationen im Leben des Theologen beschrieben. Dazu gehören seine Thesen, sein Widerstand und letztendlich auch seine Ermordung durch das NS-Regime.

Verbunden werden die Musik und die Lieder, die zweifelsohne unter die Haut gehen, mit Textlesungen aus den Lebenssituationen, vorgetragen von Pfarrerin Gaby Bach und Gottfried Pielhau. Alles zusammen spiegelt in einer unvergleichbaren Deutlichkeit die Dramaturgie von Bonhoeffers Leben wider. Das Publikum erfuhr, wer Bonhoeffer war, was ihn einst bewegte und wie bedeutsam sein Leben und Wirken für die heutige Zeit ist. Wie die Mitwirkenden es eindrucksvoll ausdrückten, ist das Thema Frieden zeitlos, auch der Umgang mit Flüchtlingen wurde in den Vordergrund gerückt. Alles sensibel arrangiert, rührte es manch einen Kirchenbesucher gar zu Tränen.

Bewegend war allemal auch die dargebotene Musik, die äußerst viele Facetten präsentierte. Kanons, Choräle, Klassik aber auch moderne Stücke gab es zu Gehör. Beeindruckend glänzte dabei Solosopranistin Christine Otterstein unter anderem bei „Marias Lied“. Das bekannteste Werk Bonhoeffers „Von guten Mächten“ durfte selbstverständlich auch nicht fehlen und dabei sangen viele Zuhörer gerne mit.

Dank der großen Klasse des Chores unter der bewährten Leitung von Christian Otterstein, der Solistin und auch dem Instrumentalensemble, bestehend aus Hubert Schmalor am Klavier, Laura Holzwarth am Schlagzeug, Hartmut Tripp am Saxophon, Ute Jellinghaus an der Trompete sowie Gerd Neumann an der Flöte, wird das Bonhoeffer-Oratorium den Besuchern der Ebbergkirche nicht nur aufgrund der bewegenden Texte noch lange in Erinnerung bleiben.

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