Entsorgung

Der Siegeszug des Schadstoffmobils in Hemer

In sechs Stadtteilen macht das Schadstoffmobil regelmäßig Halt in Hemer. Dort können unter anderem Leuchtstoffröhren, Pflanzenschutzmittel, Elektroschrott oder alte Farben entsorgt werden.

In sechs Stadtteilen macht das Schadstoffmobil regelmäßig Halt in Hemer. Dort können unter anderem Leuchtstoffröhren, Pflanzenschutzmittel, Elektroschrott oder alte Farben entsorgt werden.

Foto: Annabell Jatzke / Annabell jatzke

Hemer.  Das ehemalige „Giftmobil“ wird in diesem Jahr 35 Jahre alt. Als Schadstoffmobil sammelt es Unrat ein, der nicht im Hausmüll entsorgt werden darf.

35 Jahre ist es bereits her, dass das Schadstoffmobil, damals noch Giftmobil genannt, zum ersten Mal in den Hemeraner Revieren auf die Reise machte, um Altlacke, Quecksilber oder alte Medikamente einzusammeln. Und auch heute fährt das Schadstoffmobil regelmäßig Haltestellen im Stübecken, der Becke, Ihmert, Westig, Sundwig und dem Bringhof in Deilinghofen an.

Acht Monate lang hat das Giftmobil 1985 versuchsweise Stationen im gesamten Märkischen Kreis angefahren, um die Bürger von ihrem Sondermüll zu befreien. Bereits der erste Einsatz wurde damals als Erfolg gewertet: Mehr als 50 umweltbewusste Hemeraner eilten herbei, um das Angebot zu nutzen. Bis zu diesem Tag war es nur möglich, die stationäre Abgabestelle an der Müllverbrennungsanlage zu nutzen. Ein Angebot, dass die Bevölkerung des Märkischen Kreises nicht in Anspruch nahm.

Schadstoffmobil schnell fester Bestandteil der Entsorgung in Hemer

Nicht mal zehn Jahre später war das Schadstoffmobil schon eine feste Instanz in Hemer und Umgebung. 1444 Anlieferer nutzen 1994 die Entsorgungsmöglichkeit, dabei kamen 453 Akkus, 14.781 Liter Altlacke und 13.040 Liter Medikamente zusammen. „Eine unvorstellbare Menge an Schadstoffen, die ohne das Giftmobil in der Hausmülltonne und damit direkt in der Müllverbrennung landen würde“, schrieb die Heimatzeitung damals. Und obwohl Hemer damit über dem kreisweiten Durchschnitt lag, mussten die Stationen des Schadstoffmobils halbiert werden.

Und heute? „Insgesamt wird das Schadstoffmobil sehr gut angenommen“, berichtet Sabine Günther, Pressesprecherin der Firma Lobbe. Die Zahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Anlieferer unter leichten Schwankungen recht konstant den Service des Schadstoffmobils nutzen, im Jahr 2019 waren es 940 Hemeraner, während es im Jahr zuvor noch 1013 waren.

Unterschiedliches Entsorgungsverhalten durch saisonale oder technische Entwicklungen

Mögliche Unterschiede lassen sich unter anderem durch saisonale Bedingungen erklären, die auch das Entsorgungsverhalten beeinflussen. So fällt beispielsweise auf, dass die Literzahl der entsorgten Pflanzenschutzmittel stetig steigt. Und auch Leuchtstoffröhren, Elektroschrott und Lösemittel werden immer häufiger zur Entsorgung zum Schadstoffmobil gebracht. Fixier- und Entwicklungsbäder werden dagegen nur noch sehr selten entgegengenommen – was wohl der digitalen Fotografie geschuldet sei.

Wer auf einer der Touren des Schadstoffmobils Abfall abgeben möchte, der nicht für den Hausmüll geeignet ist, findet die aktuellen Termine und Haltestellen im Hemeraner Stadtgebiet unter hemer.de/buergerservice/abfallberatung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben