Initiative „Iss mit“

Die Ehrenamtlichen stehen Schlange

Die Initiative „Iss mit“

Foto: Carmen Ahlers

Die Initiative „Iss mit“ Foto: Carmen Ahlers

Hemer.   Während viele andere Vereine auf der Suche nach freiwilligen Helferinnen und Helfern sind, gibt es einen Verein, der aktuell so etwas wie einen Aufnahmestopp hat und eine Warteliste führt – „Iss mit“.

Während viele andere Vereine auf der Suche nach freiwilligen Helferinnen und Helfern sind, gibt es einen Verein, der aktuell so etwas wie einen Aufnahmestopp hat und eine Warteliste führt. Die Hemeraner Initiative „Iss mit“ ist mit 23 Paar fleißiger Hände bestens aufgestellt. „Im Moment sind wir sehr gut besetzt“, freut sich Steffi Zeiske. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht die Vorsitzende Bilanz, blickt auf das Jahr 2017 zurück, während im Hintergrund die anderen Frauen dafür sorgen, dass den rund 90 Gästen ein leckeres Weihnachtsessen serviert wird.

Es läuft wie am Schnürchen. Mit ihren Tabletts stellen sich die „Iss mit“-Ehrenamtlichen an der Essensausgabe an, damit alle Gäste relativ zeitgleich ihre Vorspeise bekommen. Das Weihnachtsessen wurde in diesem Jahr wieder von der Pizzeria „Bei Toni“ spendiert. Als Vorspeise gibt es eine italienische Gemüsesuppe – eine Minestrone. Als Hauptgericht können die Gäste Hähnchenschenkel mit Reis, Nudeln und Pilzsoße genießen, dazu folgt als Nachspeise ein Pudding. Alle wirken zufrieden – zum einen die Gäste, zum anderen die Mitglieder von „Iss mit“.

„Bärenbande“ überreichte haltbare Lebensmittel

Am Vormittag waren bereits Kinder und Erzieherinnen des Kindergartens „Bärenbande“ im Jugend- und Kulturzentrum, um im Kindergarten gesammelten Lebensmittel abzuliefern, die dann an die Gäste weitergegeben wurden. Da war die Freude groß, denn wer den Mittagstisch besucht, lebt finanziell meist nicht auf der Sonnenseite. Bis zum Alter von 74 Jahren muss ein Nachweis vorgelegt werden, anschließend ist das nicht notwendig. Ein Drittel der Gäste ist 75 Jahre und älter.

„Es geht den Menschen nicht nur darum, für zwei Euro ein komplettes Mittagessen mit Vorspeise, Hauptgericht, Nachtisch sowie Kaffee und Kuchen zu bekommen, sondern vielmehr um die sozialen Kontakte“, betont Steffi Zeiske.

Ab acht Uhr trudelt das „Iss Mit“-Helferteam am JuK ein, denn im Vorfeld gibt es einiges zu tun, was sich nicht darauf beschränkt, dass Tische und Stühle im Saal gestellt werden und das Essen im Normalfall aus der Küche der Lungenklinik abgeholt werden muss. Um 11.30 Uhr ist Einlass, aber schon gegen 10 Uhr stehen die ersten draußen und warten.

Steffi Zeiske selbst ist 2008 zu „Iss mit“ gestoßen, als sie in den Ruhestand ging. „Ich habe eine Aufgabe gesucht und gefunden“, freut sie sich. Mittlerweile ist sie Vorsitzende und freut sich, dass alles so gut läuft. In diesem Jahr musste der Mittagstisch einmal ausfallen, weil das JuK anderweitig genutzt wurde. „Das sind wir alle zusammen frühstücken gegangen, den Montag hält sich ja jeder von uns frei.“

Zahl der Gäste darf ruhignoch weiter steigen

In diesem Jahr steht für „Iss mit“ am 18. Dezember noch die Weihnachtsfeier für die Gäste an. Da können sich alle nicht nur über gutes Essen, sondern auch ein Rahmenprogramm mit Aufführungen, Musik und Tanz freuen. Dann geht es in die Winterpause, und für das neue Jahr hat Steffi Zeiske einen Wunsch: Dass sich noch mehr Menschen angesprochen fühlen, den Mittagstisch zu nutzen, denn die Zahl der Gäste ist mittlerweile von über 100 auf 80 bis 90 gesunken. „Viele sind mittlerweile zu alt oder gesundheitlich angeschlagen und können nicht mehr herkommen. Wir haben Platz für weitere Gäste“, betont die 69-jährige Vorsitzende.

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