Pastoralverband

Die Kirche braucht dringend Fans statt Kunden

Priester Thomas Frings war zu Gast  in der Bildpunkt-Reihe

Foto: Carmen Ahlers

Priester Thomas Frings war zu Gast in der Bildpunkt-Reihe Foto: Carmen Ahlers

Hemer.   Er wirkt sehr ehrlich, als er am Dienstagabend im Haus Hemer steht und zwischendurch auch verletzlich. Der Name Thomas Frings ist vor allem im vergangenen Jahr oft in der Presse erschienen, denn der katholische Priester hat die Reißleine gezogen und die Leitung seiner Gemeinde in Münster abgegeben. Nach 30 Jahren nahm er sich eine Auszeit, ging für ein Jahr nach Holland in ein Kloster. Er ließ sich vom Bischof als Pfarrer entpflichten und als Priester beurlauben. „Ich konnte nicht mehr“, erklärte er am Dienstag dem zahlreich erschienenen Publikum, „das hatte aber nichts mit meinem Glauben zu tun. Ganz im Gegenteil. Es war ein ganz ungewöhnlicher Weg, den ich gegangen bin, weil ich eigentlich ja bleiben wollte“. Thomas Frings war im Rahmen der Bildpunkt-Reihe des Pastoralverbundes zu Gast in Hemer.

Er wirkt sehr ehrlich, als er am Dienstagabend im Haus Hemer steht und zwischendurch auch verletzlich. Der Name Thomas Frings ist vor allem im vergangenen Jahr oft in der Presse erschienen, denn der katholische Priester hat die Reißleine gezogen und die Leitung seiner Gemeinde in Münster abgegeben. Nach 30 Jahren nahm er sich eine Auszeit, ging für ein Jahr nach Holland in ein Kloster. Er ließ sich vom Bischof als Pfarrer entpflichten und als Priester beurlauben. „Ich konnte nicht mehr“, erklärte er am Dienstag dem zahlreich erschienenen Publikum, „das hatte aber nichts mit meinem Glauben zu tun. Ganz im Gegenteil. Es war ein ganz ungewöhnlicher Weg, den ich gegangen bin, weil ich eigentlich ja bleiben wollte“. Thomas Frings war im Rahmen der Bildpunkt-Reihe des Pastoralverbundes zu Gast in Hemer.

Bedeutungsverlustder Kirchen schmerzt

Der Priester kommt mit dem Bedeutungsverlust der Kirchen in Deutschland nicht klar. Eines macht er sofort deutlich – er gibt niemanden die Schuld. Immer öfter stellte er sich im vergangenen Jahr die Frage, ob er weiterhin immer weiter Rückgang gestalten wolle. Gemeinden werden zusammengelegt, immer weniger Menschen kommen in die Gottesdienste, aber die Menschen schreien auf, wenn die Kirche Veränderungen in der Struktur vor Ort ankündigt. „Das passt für mich nicht zusammen“, sagte Thomas Frings. In manchen Gemeinden sind es 90 Prozent der Gemeindeglieder, die noch nicht einmal an einem Sonntag in die Kirche gehen. Muss der Gottesdienst zum Beispiel aus organisatorischen Grünen um eine Stunde verlegt werden, passt das vielen Menschen nicht. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. „Aber hier stelle ich mir die Frage, worum geht es eigentlich“, erklärte der 56-Jährige.

Gerne trat der Priester in den Dialog mit den Gästen im Haus Hemer. Es war keine Lesung aus seinem Buch „Aus, Amen, Ende?“, sondern eine freie Offenlegung seiner Gedanken. „In welche Richtung gehen wir heute“, fragte Thomas Frings die Gäste und schnell kam aus der ersten Reihe die Antwort: „In die Zukunft“.

Wie sieht die Zukunft der Kirche aus? Während sich der Priester verstärkt Gedanken darüber macht, warum die Menschen immer weniger in die Kirchen gehen, gibt es im Haus Hemer auch diejenigen, die offen sagen, dass sie sich mehr Priester wünschen, die zum Beispiel näher an der Jugend sind. Da stimmt der Priester zu. „Ich war auch schon mal in Messen und habe danach gedacht, da geh’ ich nicht mehr hin“, sagte Thomas Frings. Das Problem liegt auf beiden Seiten, und deutlich wurde die Kritik, dass Kirche immer mehr ein Unternehmen werde und man mittlerweile sogar von Kunden spreche.

Die Entscheidung von Thomas Frings, eine Auszeit in einem Kloster zu nehmen, hat hohe Wellen geschlagen. „Das hatte ich nicht so erwartet“, sagte Frings, „hätte ich gesagt, dass ich zum Beispiel heiraten will, wäre es einfacher gewesen“. Aber heiraten will der Priester nicht, er kann einfach die Entwicklung in der Kirche nicht ertragen. Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass die Kirche wieder Fans haben müsse. „Ja“, sagte Thomas Frings, „Fans statt Kunden. Genau das trifft es!“

Frings zieht zu den Benediktinerinnen

Wie geht es jetzt für Thomas Frings weiter? „Ich ziehe nach Köln zu den Benediktinerinnen in ein Kloster“, sagte er. Morgens wird er mit den Benediktinerinnen eine Messe feiern – und danach bleibt genügend Zeit für weitere Tätigkeiten. Wie die aussehen werden, wird sich entwickeln.

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