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Die „Schützengene“ an Kinder und Enkel vererbt

Eine (schützen-)königliche Familie: Erik Scholz, Evelyn Scholz mit ihrem Mann Reiner Scholz (Stadtkönig), Kinderkönigin Beeke Scholz, Imme Scholz mit ihrem Mann Thorsten Scholz (Schützenkönig in Bredenbruch).

Eine (schützen-)königliche Familie: Erik Scholz, Evelyn Scholz mit ihrem Mann Reiner Scholz (Stadtkönig), Kinderkönigin Beeke Scholz, Imme Scholz mit ihrem Mann Thorsten Scholz (Schützenkönig in Bredenbruch).

Foto: Annabell Jatzke

Hemer.   Drei Generationen im Königsstand: Großvater Reiner Scholz, Sohn Thorsten und Enkeltochter Beeke tragen gleichzeitig die Königswürde.

Der Familie Scholz liegt das Schützenwesen offenbar in den Genen. Zum gleichen Zeitpunkt sind drei Generationen mit der BSV-Königswürde gesegnet. Thorsten Scholz (50) ist Schützenkönig seines BSV Bredenbruch und seine Tochter Beeke Scholz (11) ist bis zum Kinderschützenfest am Sonntag noch Kinderkönigin von Bredenbruch. Angefangen hat aber alles beim dritten im Bunde. Großvater Reiner Scholz (75) ist der aktuelle Stadtkönig. Dabei wurde er zu Beginn seiner Schützenkarriere gar nicht bei der Bredenbrucher Artillerie aufgenommen.

1972 ist für Reiner Scholz ein besonderes Jahr. Nach mehreren Versuchen wird er endlich in die Artillerie des BSV Bredenbruch aufgenommen. Vorher gab es einen Aufnahmestopp. Nicht mehr als 15 Schützen sollten die Ari bilden. „Vorher hätte ich schon Schütze werden können. Aber ich wollte unbedingt in die Ari“, sagt Reiner Scholz heute.

Große Hürden bei der Aufnahme in die Ari

Grund für das Interesse an der Artillerie sind für Scholz nicht nur Vorerfahrungen aus der Bundeswehr. Im Schuppen des Bauernhofs seiner Familie findet auf Betreiben seiner Schwester Renate jeden Monat der Frühschoppen der Ari statt. Das will Reiner Scholz nicht verpassen. Seine Schwester, auch Mitglied im Schützenverein, darf zu der Zeit selbst nicht beim Frühschoppen mitmischen. „Das war damals nur für Männer“, erinnert sich Reiner Scholz.

Durch die Beziehungen eines Schwippschwagers kommt Scholz dann doch in die Ari – als 16. Mann. „Das war damals schwieriger, da hereinzukommen. Eine Gegenstimme hat ausgereicht, und man wurde abgelehnt“, erklärt der 75-Jährige. Obwohl er 1977 Spieß wird, sitzen seine Kinder vor ihm auf dem Königsthron. 1981 bildet der damals 12-jährige Thorsten Scholz mit seiner Schwester Simone das Kinderschützenpaar der Schützengilde Iserlohn. Ausgeschossen wird dies damals noch nicht – Lichtgewehre sind nicht vorhanden.

Stattdessen fragen die Mitglieder der Schützengilde bei Reiner Scholz direkt nach. Er spricht dies mit seinen Kindern ab und sie werden darauf das Kinderkönigspaar. Den damaligen Kindern scheint es zu gefallen. Ab da sei der Schützen-Funken auf die beiden übergesprungen, sagt Rainer Scholz.

Einmalig: Vater und Tochter werden Königspaar

Selbst zum König schießt sich Reiner Scholz erst im Jahr 2004. Mit Planung hat dies aber nichts zu tun. Beim Königsschießen fällt die Entscheidung mit dem Vogel ganz unverhofft für Reiner Scholz. „Ich hatte keinen Hofstaat und keine Königin“, erzählt er. Seine Lösung ist auch einmalig in der Bredenbrucher Schützengeschichte: Er macht seine Tochter zur Schützenkönigin. „Sonst gibt es Stubenarrest“, sagt Reiner Scholz scherzhaft zu seiner Tochter, die damals die 30 schon überschritten hat.

Sein Sohn Thorsten folgt ihm im Jahr 2018 und wird König. Ein lang ersehnter Traum für ihn. „So schön hätte ich es mir nicht vorgestellt“, sagt er sowohl am Tag seiner Krönung als auch ein Jahr danach. Er hat lange auf diese Ehrenposition hingearbeitet. Wäre er nicht 2018 König geworden, wäre es wohl ein paar Durchläufe danach der Fall gewesen.

Seine Leidenschaft für das Schützenwesen verdanke er seinem Vater. „Als Kind bin ich bei den Schützenumzügen immer mitgelaufen. Das färbt ab“, erklärt der Schützenkönig. So entwickle sich auch die Lust und die Freude daran. Auch Tochter Beeke (11) und Sohn Erik (14) hat das Schützenfieber gepackt. 2013 ist sie Zwergenkönigin, 2018 schießt sie sich mit dem Lichtgewehr zur Kinderkönigin. Mit ihrem Bruder Erik bildet sie bis Sonntag das Kinderschützenpaar. Dann wird eine neue Kinderkönigin oder ein neuer Kinderkönig ermittelt. „Es ist nicht selbstverständlich, dass die Kinder das mitmachen“, sagt Thorsten Scholz. Er ist froh, dass sein Nachwuchs immer noch mit „einem gewissen Eifer“ dabei ist. Allerdings könne sich diese Einstellung auch ändern.

Reiner Scholz hat jedenfalls nicht wirklich eine Ahnung, warum sich das „Schützen-Gen“ so stark in seiner Familie verbreitet hat. „Von meinen Eltern ist das nicht gekommen. Das habe ich wohl vererbt“, sagt er.

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